SZ +
Merken

Unterwegs mit Hut, Tracht und Blumenkorb

Das Strahlen unterm Blütenhut sitzt perfekt. „Meine ersten Amtstage als Blumenmädchen liegen nun schon hinter mir.“ Wie selbstverständlich spricht Julia Bendull über ihre neue Aufgabe. Seit drei Monaten ist sie die neue Repräsentantin der Deutschen Kunstblume in Sebnitz.

Teilen
Folgen

Von Cornelia Riedel

Das Strahlen unterm Blütenhut sitzt perfekt. „Meine ersten Amtstage als Blumenmädchen liegen nun schon hinter mir.“ Wie selbstverständlich spricht Julia Bendull über ihre neue Aufgabe. Seit drei Monaten ist sie die neue Repräsentantin der Deutschen Kunstblume in Sebnitz. Auf dem Sebnitzer Blumenball am 8. Mai konnte die 16-jährige Neustädterin sich gegen die drei Mitbewerberinnen Julia Fritzsche, Lisa Heyde und Alice Fischer durchsetzen und wurde als das Sebnitzer Blumenmädchen gewählt.

Ein Jahr lang repräsentiert Julia Bendull nun als das 14. Sebnitzer Blumenmädchen die Stadt und das Kunstblumenhandwerk bei öffentlichen Anlässen und Messen. Den ersten großen Auftritt hatte sie bereits bei den Sebnitzer Blumentagen im Mai. Da nahm sie zusammen mit ihren Amtsvorgängerinnen am großen Festumzug teil.

Seitdem gehören die Tracht des Blumenmädchens, ein mit künstlichen Blüten geschmückter Hut und der Blumenkorb zu Julia Bendulls Accessoires. Zum Einsatz kamen die nach der Sommerpause erst am vergangenen Dienstag. Die Sebnitzerin Claudia Haupt weihte ihren Kunstblumenladen Deko Style in Bad Schandau ein und bekam Werbe-Unterstützung durch das Sebnitzer Blumenmädchen. Julia Bendull flanierte durch Laden und Ort und lud Kurgäste und Einheimische ins neue Geschäft auf der Marktstraße.

Strahlkraft für die Kunstblume

Die Rolle als Repräsentantin der Sebnitzer Kunstblume liegt ihr: „Klar hat das Blumenmädchen als Werbe-Ikone für Sebnitz und seine Blumenindustrie Strahlkraft“, erzählt sie. „Das ist etwas anderes, wenn jemand aus Fleisch und Blut für eine Sache steht.“ Erfahrungen auf der Bühne und beim Sprechen vor Publikum hat Julia Bendull auch durch ihr Engagement im Debattierklub des Goethe-Gymnasiums. Sich versammeln, um zu festgelegten Themen Argumente auszutauschen und sich im freien Sprechen zu üben, das ist das Ziel des Klubs. Und es ist eine perfekte Vorbereitung auf die Aufgaben des Blumenmädchens.

Inzwischen liegen die ersten Erfahrungen hinter Julia Bendull, unter anderem ein Foto-Shooting für Flyer und Broschüren. Der Fotograf hat gleich ein riesiges Plakat von ihr gedruckt und es ihr geschenkt: „Da weiß ich gar nicht, wo ich das hinhängen soll!“ Auch der Einsatz auf dem Blasmusikfestival und beim Staffellauf der Grundschulen gehörten dazu. Und dass bei der Arbeit als Kunstblumenrepräsentantin auch mal was Kleines schief gehen kann, das merkte Julia gleich am Anfang: „Beim Radrennen hab ich einen Blumenstrauß spontan einer Frau gegeben, die so traurig dastand. Den musste ich dann zurückfordern, weil es die falsche war“, erzählt Julia. Stress ist die Gymnasiastin des Sebnitzer Goethe-Gymnasiums gewöhnt: „Für mich ist es normal, viel um die Ohren zu haben, neben der Schule spiel ich noch Basketball, gehe ins Judo-Training und in den Debattierklub und gebe Mathe-Nachhilfe-Unterricht“, erzählt sie. Als Neustädterin hat sie enge Beziehungen zu Sebnitz. Die Schule, die AGs und der Nachhilfeunterricht sind hier beheimatet.

Viele Erfahrungen machen

Beworben hatte sie sich als Blumenmädchen, weil ihr die Aufgabe gefiel:„Man lernt viel kennen und man sieht viel, das hab ich vom ehemaligen Blumenmädchen Jenny Lang gehört, und das hat mir gefallen“, erzählt sie.

Für Julia Bendull startet jetzt die elfte Klasse am Goethe-Gymnasium in Sebnitz, die Leistungskurse Deutsch und Englisch hat sie schon gewählt. Und das Blumenmädchenkostüm hat sie nun noch bis zum nächsten Frühjahr zu Hause: Tracht, Blumenkorb und Hut warten auf ihren nächsten Einsatz.