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Unüberwindbare Bordsteine

Immer mehr Beeinträchtigte beklagen Barrieren in Niesky. Die Stadt will nun reagieren.

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Von Alexander Kempf

Hat die Nieskyer Stadtverwaltung einen Überblick über Hindernisse für Rollstuhlfahrer im Stadtgebiet? Offensichtlich noch nicht. Zwar habe es zu diesem Thema schon mal eine Begehung gegeben, und dementsprechend sollte es auch ein Protokoll mit möglichen Barrieren geben, erklärt Enrico Bachmann vom Straßenwesen der Stadtverwaltung. Eine fertige Liste liege ihm aber gegenwärtig nicht vor. „Ich kann so eine Liste gerne zusammenstellen“, bietet er im Technischen Ausschuss den Stadträten an. Jedoch ist er der Meinung, dass Betroffene die Probleme wesentlich besser benennen könnten.

Genau das hat Linke-Stadtrat Andreas Konschak der Stadtverwaltung in der Vergangenheit schon vorgeschlagen. Auf ihn ist nämlich ein Bürger zugekommen, dessen Frau erst seit Kurzem im Rollstuhl sitzt. Seither ist der Blick des Paares auf die Bordsteine im Stadtgebiet ein anderer. Beeinträchtigte erkennen offensichtlich an mehreren Stellen im Stadtgebiet Handlungsbedarf. Stadtrat Andreas Konschak hat der Stadtverwaltung nun angeboten, mit Betroffenen nach Barrieren Ausschau zu halten und diese dann Enrico Bachmann und seinen Kollegen zuzuarbeiten.

Der berichtet am Montagabend, dass sich immer öfter Nieskyer wegen zu hohen Bordsteinen und Stolperfallen an ihn wenden. „Durch die Demografie wird sich viel ändern“, sagt Enrico Bachmann. Entsprechend aufgeschlossen ist man im Rathaus, von Problemstellen zu erfahren. Offen ist indes, wie schnell die Stadt dann auch Abhilfe schaffen kann. Aufgrund einer Gewerbesteuerrückzahlungen im hohen sechsstelligen Bereich ist die Kommune gegenwärtig in einer finanziellen Schieflage.