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Streit um Unwetterschaden

In der Stadt Hohnstein schwinden durch Corona die Einnahmen. Jetzt sorgt auch noch Starkregen für zusätzliche Löcher und hitzige Debatten.

Starkregen hat die schnelle Verbindung von Ehrenberg nach Hohnstein zerstört.
Starkregen hat die schnelle Verbindung von Ehrenberg nach Hohnstein zerstört. © Stadtverwaltung Hohnstein

Eine Schneise der Zerstörung ist das Resultat eines kürzlichen Unwetters. Starkregen prasselte am 13. Juni über den Hohnsteiner Ortsteil Ehrenberg. Wieder einmal. Sonst standen dabei regelmäßig Kindergarten und Förderschule unter Wasser. Die wurden glücklicherweise verschont. Am Sonnabend traf es genau die gegenüberliegende Dorfseite mit dem Hofehainweg, eine öffentlicher Trasse und schnelle Verbindung zwischen Ehrenberg und Hohnstein. 40 Liter pro Quadratmeter wurden dort in kurzer Zeit gemessen. Für die Straße war das zu viel. Sie ist auf einem größeren Abschnitt  komplett zerstört. Die Stadtverwaltung Hohnstein musste aus Sicherheitsgründen die vor allem bei Radfahrern beliebte Verbindung zwischen Ehrenberg und dem Campingplatz Entenfarm in Hohnstein sperren. 

So weit, so gut. Doch wie geht es nun weiter? Wie schnell eine solche Trasse zum Zankapfel werden kann, zeigte sich in Hohnsteins letzter Ratssitzung vor der Sommerpause. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, den komplett neu zu bauen. Die Kosten würden bei 65.000 Euro liegen. Und da es keine Fördermittel für den grundhaften Ausbau solcher Verbindungen gibt, sollte alles aus der Stadtkasse bezahlt werden. Dafür wollte man insgesamt vier Vorhaben in anderen Ortsteilen opfern, zum Teil auch, weil es an öffentlichen Zuschüssen fehlt. Die zwei anderen Optionen waren die  dauerhafte Sperrung oder eine Reparatur. 

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Da allerdings hatte man im Rathaus die Rechnung ohne die Stadträte gemacht. Die sahen überhaupt nicht ein, dass für 65.000 Euro eine komplett neue Straße gebaut werden sollte, nur für Radler und Landmaschinen. Noch dazu, da auch in Hohnstein coronabedingt viele Einnahmen wegbrechen.  Letztlich einigte man sich auf eine Reparatur. Aber auch da sollen die Kosten bei etwa 30.000 Euro liegen. Zumindest kann der Hofehainweg dann wieder geöffnet werden.

Allerdings wurde in der Debatte noch ein ganz anderes Problem deutlich. Die unzähligen kleinen Wege im Hohnsteiner Gemeindegebiet werden vor allem auch von der Landtechnik genutzt. Deshalb kam der Vorschlag, dass die Verbindungstrasse künftig nur mit Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen befahren werden dürfen. Damit wären sie für die Traktoren und andere größere Landwirtschaftsmaschinen tabu. Darauf wollte sich Bürgermeister Daniel Brade (SPD) dann doch nicht einlassen. Vor allem auch vor dem Hintergrund, wer das Verbot kontrollieren solle. Die Stadt sei nur für den ruhenden Verkehr zuständig. Nur die Polizei könnte dies überwachen. Letztlich wurde beschlossen, die Verbindung zu reparieren, in der Hoffnung, dass die dem nächsten Starkregen standhält.

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