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Urfischjäger Fricke wird geehrt

Den Görlitzer Meridian Naturfilmpreis 2003 erhält der Verhaltensforscher, Naturfilmer und Buchautor Professor Hans Fricke. Die mit 2 500 Euro dotierte Ehrung wird am Sonnabend übergeben. Damit soll Fricke...

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Den Görlitzer Meridian Naturfilmpreis 2003 erhält der Verhaltensforscher, Naturfilmer und Buchautor Professor Hans Fricke. Die mit 2 500 Euro dotierte Ehrung wird am Sonnabend übergeben. Damit soll Fricke für die in Europa einmalige Verbindung internationaler Spitzenforschung und der Vermittlung der Forschungsergebnisse an ein breites Publikum gewürdigt werden.

Fricke ist auch als Urfischjäger bekannt. Denn die Suche nach dem legendären Quastenflosser – einem bis zu zwei Meter langen und etwa 400 Millionen Jahren alten Fisch – im Indischen Ozean gehörte wohl zu den spektakulärsten Herausforderungen für den Meeresbiologen und sein Team. Mit den U-Booten „Geo“ und „Jago“ gelang es den Wissenschaftlern, erste Lebendaufnahmen ans Tageslicht zu bringen.

Bereits 1987 hatte Fricke seine erste Begegnung mit dem Quastenflosser (Latimeria). Die Fische, die bis zu 100 Jahre alt werden können, gelten als lebende Fossilien der Wirbeltiere „auf dem Weg zum Vierfüßer“. Etwa 200 Exemplare gibt es nach Schätzungen von Wissenschaftlern.

Genau 198 Meter unter dem Meeresspiegel entdeckte er mit seinem Tauchboot „Geo“ vor der ostafrikanischen Küste einen Quastenflosser. Seine sensationelle Entdeckung flimmerte damals über alle Fernsehkanäle der Welt. Ihn selbst machte der Fund als „Quastenflosser-Fricke“ berühmt. Bereits in den 70er Jahren gelang es Fricke mit seinen Filmen über das Verhalten von Korallenriffen seine Forschungsobjekte nicht nur im Freiland unter Wasser zu untersuchen, sondern die experimentellen Fragestellungen und Antworten der Natur filmisch spannend umzusetzen und zur besten Sendezeit bei Fernsehanstalten zu platzieren.

Frickes Engagement und die Einzigartigkeit seines filmischen Schaffens veranlasste die Jury des „Görlitzer Meridians“ (mit Mitgliedern aus den Bereichen Tierfilm, Fernsehen, Wissenschaftsjournalismus und Verlagswesen sowie Museum), den Görlitzer Meridian Naturfilmpreis 2003 an Fricke zu verleihen. Der Preis ehrt das Gesamtwerk eines hochrangigen Naturfilmers. Er wird aller zwei Jahre vergeben.

Der Vorsitzende des Fördervereins des Staatlichen Museums für Naturkunde Görlitz, Thomas Neumann, wird den Preis im Rahmen eines Festaktes am Sonnabend im Humboldthaus überreichen. Am Nachmittag vor dem Festakt präsentiert Professor Fricke Filme aus den verschiedenen Schaffensperioden seines dokumentarfilmerischen Werkes. (SZ/pc)

Ab 14 Uhr sind im Humboldthaus verschiedene Filme Frickes zu sehen: Räuber im Riff (1972), Signale im Meer (1986), Die Urfischjäger (2001) und der Fluch des Toplitzsees (2003). Karten können unter der Telefonnummer 03581/47 60 210 reserviert werden.