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Urlauber entdecken das Osterzgebirge neu

Die Sorge vor Corona beschwert der Region einen Touristen-Boom. Auch im Zinnwalder Hotel Lugsteinhof geht es rund.

Die Urlauberkinder Emil, Milla Miva und Marla wollen gar nicht mehr weg aus dem neuen Streichelgehege vor dem Zinnwalder Hotel Lugsteinhof.
Die Urlauberkinder Emil, Milla Miva und Marla wollen gar nicht mehr weg aus dem neuen Streichelgehege vor dem Zinnwalder Hotel Lugsteinhof. © Egbert Kamprath

Es ist noch gar nicht lange her, dass der Urlauberort Altenberg plötzlich nicht mehr Gastlichkeit verströmte, sondern Hotels, Pensionen und Fremdenzimmer wegen Corona schließen musste. Auch in den Restaurants wurde zeitweise nicht mehr serviert. Buchungen wurden storniert und Feiern fielen aus. Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Die Urlauber und Tagesgäste sind wieder da. Mehr noch, es kommen Leute ins Osterzgebirge, die die Gegend zum ersten Mal überhaupt besuchen. Das stellt nicht nur Carolin Krupp, die Chefin der Altenberger Tourist-Info fest. „Wir erleben hier einen kleinen Boom. Zuerst waren die Ferienwohnungen und Fremdenzimmer ausgebucht.“ Hier lassen sich die Abstandsregelungen am einfachsten einhalten. Doch immer mehr profitieren die Hotels von gestiegenen Gästezahlen. Andreas Sämann, Manager des Zinnwalder Lugsteinhofs, freut sich nach einem fast völligem Niedergang nun über 90 Prozent Auslastung und mehr. 

Im neuen Ambiente präsentiert sich der Empfangsbereich des Zinnwalder Hotels Lugsteinhof. Die Rezeption wurde verlegt und weitläufiger gestaltet. Mitarbeiterin Steffi Grafe steht hinter einer Schutzscheibe. Die Gäste sollen den Mindestabstand einhalten. M
Im neuen Ambiente präsentiert sich der Empfangsbereich des Zinnwalder Hotels Lugsteinhof. Die Rezeption wurde verlegt und weitläufiger gestaltet. Mitarbeiterin Steffi Grafe steht hinter einer Schutzscheibe. Die Gäste sollen den Mindestabstand einhalten. M © Egbert Kamprath

In den 101 Zimmern können bis zu 350 Leute untergebracht werden. Natürlich macht die Bedrohung durch den Virus auch um das Haus keinen Bogen. Die Mitarbeiter sind mit Mundschutz im Haus unterwegs, an der Rezeption trennen große Glasplatten die Mitarbeiter vom Empfang von den Urlaubern. Auch am Buffet gelten die Hygienerichtlinien. Für das Schwimmbad werden Schlüssel ausgegeben, um so die Gästezahl kontrollieren zu können. Doch trotzdem halten sich die Einschränkungen für die Urlauber im Rahmen. Im Haus gilt für sie keine Pflicht mehr zum Tragen von Mundschutz, es sei denn, Mindestabstände können nicht eingehalten werden, wie im Fahrstuhl. Viele lassen die Maske im Haus auch ohne Zwang auf, sicher ist sicher. Es sind vor allem Gäste aus den westlichen Bundesländern, die von den gelockerten Beschränkungen in Sachsen oft überrascht sind.

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Andreas Sämann freut sich, dass die Urlauber länger da sind, vor allem viele Familien, die ihren Jahresurlaub im Osterzgebirge verbringen. Das war vor der Krise nicht so. Oft reisten Tagestouristen an oder Rentner mit ihren Enkeln.

Ein stark frequentierter Anlaufpunkt ist mittlerweile das Areal um die Altenberger Sommerrodelbahn geworden. Familien freuen sich vor allem über die Vielzahl von Angeboten, die von der rasanten Abfahrt ins Wasserbecken über eine Murmelbahn bis zum Kletter
Ein stark frequentierter Anlaufpunkt ist mittlerweile das Areal um die Altenberger Sommerrodelbahn geworden. Familien freuen sich vor allem über die Vielzahl von Angeboten, die von der rasanten Abfahrt ins Wasserbecken über eine Murmelbahn bis zum Kletter © Egbert Kamprath

„Es kommen nicht nur viele Gäste wieder, die vor kurzem noch storniert haben, sondern auch viele neue Urlauber. Wir haben die Zeit der Ruhe genutzt, um unseren Internetauftritt maßgeblich zu erweitern. Das trägt jetzt Früchte. 50 Prozent der Buchungen laufen inzwischen über Internetportale. Das haben auch die Urlauber zunehmend entdeckt. Die guten Stornierungsmöglichkeiten machen es noch einfacher und wir finden Interessenten in ganz Deutschland und darüber hinaus“, freut sich der Hotelmanager. Dabei fällt auf, dass die Leute ins Grüne wollen, nicht im Hotel aneinander hocken. Sie sind deutlich aktiver, als noch vor kurzem. Gelegenheit bietet sich reichlich, ob nun bei Wanderungen oder einer Fahrt auf einem der 13 E-Bikes, die verliehen werden. Es gibt auch die beliebten Tagesausflüge nach Prag, Fahrten mit dem Erzgebirgsexpress zum tschechischen Mückentürmchen und weitere Angebote, die auch von der Stadt Altenberg jeden Tag neu präsentiert werden. Vor dem Lugsteinhof gibt es jetzt einen kleinen Streichelzoo mit Kaninchen, Meerschweinchen, Ziegen und Ponys. Nur die kulturellen Angebote im Haus sind noch stark ausgedünnt. Doch auch das wird langsam wieder hochgefahren. So werden wieder die ersten Diavorträge angeboten. Spannend wird es im Herbst, wenn die Ferien vorbei sind. Doch angesichts der bisher schon eingelaufenen Buchungen ist Andreas Sämann optimistisch. Er hofft, dass der Focus auf Deutschland langfristig erhalten bleibt, setzt auf junge Kundschaft und darauf, dass viele Leute durch Corona die den Aufenthalt in der Natur neu schätzen gelernt haben.

Abkühlung gibt es im Altenberger Naturbad Galgenteich. Im angeschlossenen Campingplatz wird es vor allem an den Wochenenden eng.
Abkühlung gibt es im Altenberger Naturbad Galgenteich. Im angeschlossenen Campingplatz wird es vor allem an den Wochenenden eng. © Egbert Kamprath

Auch Claudia Krupp von der Altenberger Tourist-Info sieht in den Umstellungen der Corona-Zeit durchaus auch positive Entwicklungen für die Zukunft: „Viele Leute wollen eigentlich in die Sächsische Schweiz. Doch dort ist es richtig voll und die Urlauber finden schließlich Quartier im Osterzgebirge. Hier merken sie, dass es auch hier sehr schön ist.“ Leider steht die Region noch immer im Schatten von anderen Zielen, hat aber jetzt die Chance, Punkte einzuholen. André Fiebig, Urlauber aus Norddeutschland, hat mit der Familie die Altenberger Sommerrodelbahn ausprobiert und ist begeistert, wie nah hier alles liegt. „Gestern haben wir Dresden besucht, heute sind wir hier auf dieser herrlichen Anlage und morgen geht es in die Sächsische Schweiz. Vom Wildpark und dem Dampfzug haben wir in den Prospekten auch gelesen. Ich kenne es aus anderen Urlaubsregionen, da ist man zu den einzelnen Ausflugszielen deutlich länger unterwegs. Hier ist in einem Urlaub gar nicht alles zu schaffen.“ Auf ein Wiederkommen ihrer Gäste hoffen deshalb auch die Altenberger Hoteliers und Gastwirte.

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