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Urlaubsreif?

Auf der Reisemesse ITB wurden die Urlaubstrends 2013 vorgestellt. In Löbau sind sie schon angekommen.

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Von Gesine Schröter

Nun ist sie zwar herausgekrochen und wir wissen wieder, wie sie aussieht, die Sonne. Aber wir wollen mehr – und vor allem Meer. So in etwa kann man die ersten Ergebnisse der aktuellen Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zusammenfassen, die auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin veröffentlicht wurden. Nach dem langen Winter verspricht die größte repräsentative Befragung zum Reise- und Urlaubsverhalten der Deutschen gute Aussichten für das Reisejahr 2013.

Wer kommt bei diesem Ostsee-Blick nicht ins Träumen? Die Küsten im eigenen Land sind nach wie vor die Favoriten unter den Reisezielen der Deutschen.Fotos: SZ-Archiv
Wer kommt bei diesem Ostsee-Blick nicht ins Träumen? Die Küsten im eigenen Land sind nach wie vor die Favoriten unter den Reisezielen der Deutschen.Fotos: SZ-Archiv

Ihre Umfragewerte geben zuerst einmal ein weiteres Versprechen: Die Deutschen werden wohl wieder Weltmeister – im Reisen. Mit durchschnittlich einer Reise pro Jahr bewegen sie sich international ganz weit vorn unter den Reiselustigen. Dabei steht oft das eigene Land auf der Wunschliste, jeder Dritte wählt sein Urlaubsdomizil in Deutschland. Zwar halten sich hier Berge und Küste in ihrer Beliebtheit die Waage, „aber nach unserer Erfahrung wollen die Leute, besonders die Familien, immer mehr ans Wasser“, berichtet Elke Strauß vom Atlas-Reisebüro auf der Bautzener Straße in Zittau. Da die deutsche Ostsee allerdings im Sommer doch recht teuer werde, könne man auch die polnische Küste nutzen, sagt Strauß. „Aber die wird noch nicht so stark angenommen.“

Soll es ein bisschen weiter weg gehen, so bleiben die Favoriten der Deutschen im Großen und Ganzen dieselben: Nach Deutschland kommen Spanien, Italien, die Türkei und Österreich. „Wobei es natürlich darauf ankommt, wie viel Geld die Leute in der Tasche haben“, sagt Peter Hauptmann vom rso-Reisebüro im Löbauer Kaufland. Wenn man nach Italien wolle, müsse man schon tiefer in die Tasche greifen, auch die spanischen Lieblingsreiseziele Mallorca und Andalusien hätten die Preise leicht angezogen. Der Renner bei ihm im Reisebüro sei nach wie vor eindeutig die Türkei, sagt Hauptmann. „Man muss es eben auch bezahlen können, und das kann man in der Türkei sommers wie winters.“

Die Sorgenkinder dieses Reisejahres sind laut der FUR-Analyse hingegen Ägypten, Tunesien und Griechenland. Dem kann Elke Strauß vom Zittauer Atlas-Reisebüro nur zustimmen, besonders bei Griechenland. „Dort haben die Leute einerseits Angst vor Streiks“, andererseits schlage sich die verbreitete Meinung, Griechenland bekäme schon genug deutsches Geld, weiterhin auf die Nachfrage nieder. „Vielleicht sollten wir besser einen effektiveren Weg wählen und für das hingetragene Geld ordentlich Sonne tanken“, scherzt Elke Strauß. Auch Peter Hauptmann versteht die Zurückhaltung der Kunden nicht ganz: „Die Griechen bemühen sich doch trotzdem um ihre Reisegäste.“

Im Gegensatz zu diesen Ländern mit rückläufiger Urlauberzahl gewinnen die osteuropäischen Länder weiter an Beliebtheit bei den Deutschen. An ihrer Spitze liegt laut der repräsentativen Befragung Kroatien. „Die sind bei uns schon lange gut dabei, weil die Leute eben auch mit dem Auto hinfahren können“, begründet Peter Hauptmann die Attraktivität des Landes. Auch Bulgarien sei nach wie vor preiswert und daher beliebt, fügt er hinzu.

Vom Trend Indonesien, dem Partnerland der diesjährigen ITB, haben die Reisebüros in der Region jedoch noch nicht viel mitbekommen. „Am liebsten wählen die Leute immer noch Thailand als Fernreiseziel“, gibt Simone Musial Auskunft. Sie arbeitet im Reisebüro Grimm auf der Zittauer Bahnhofstraße. „Danach folgen gleich die Dominikanische Republik und verschiedene Afrika-Rundreisen.“ Auch Mexiko schneide im Löbauer Reisebüro gut ab, sagt Mitarbeiter Peter Hauptmann.

Auf dem deutschlandweiten Urlaubsmarkt hält indes der große Kreuzfahrten-Boom an, wobei es, je nach Preisklasse, sehr große, mittlere sowie Flusskreuzfahrten gibt. Letztere wurden in der Vergangenheit eher von Kunden höheren Alters angenommen. Die Reiseanbieter möchten sie aber zunehmend auch für junge Leute attraktiv gestalten, sei es als Shopping- oder Partyreise. „Das machen unsere Kunden noch auf die klassische Tour“, sagt Simone Musial vom Reisebüro Grimm. Besonders Rentner seien auf Kreuzfahrten spezialisiert, einige würden sogar regelrecht auf Kreuzfahrt-Sonderangebote warten.

Die hiesigen Reisebüros bestätigen also im Großen und Ganzen die Trends der ITB, von denen einer wahrscheinlich, wie Peter Hauptmann sagt, der wichtigste ist: „Für Urlaub geben die Leute eigentlich immer etwas aus.“