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Bautzen

Urteil nach Angriff auf Asylbewerber

Vier Männer sollen in Bautzen einen Pakistaner zusammengeschlagen haben. Es ist nicht der einzige Vorwurf, der im Raum stand.

Nach einem Angriff auf einen Asylbewerber standen nun vier Angeklagte vor Gericht.
Nach einem Angriff auf einen Asylbewerber standen nun vier Angeklagte vor Gericht. © SZ/Theresa Hellwig

Bautzen. Im Prozess um einen Überfall auf einen pakistanischen Asylbewerber hat das Jugendschöffengericht in Bautzen am Montag ein Urteil gefällt. Einer der vier Angeklagten ist zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Sein Bruder, der ebenfalls an dem Angriff beteiligt war, ist ebenfalls verurteilt worden – er muss dem Opfer ein Schmerzensgeld von 400 Euro zahlen. Gegen zwei weitere Männer ist das Verfahren vorläufig eingestellt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte den vier Männern aus Bautzen im Alter von 18 bis 24 Jahren vorgeworfen, im März 2016 einen pakistanischen Staatsbürger zusammengeschlagen und ausgeraubt zu haben.

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„Meine Ex-Freundin hat mir gesagt, der Mann habe sie unsittlich berührt“, erklärt einer der Angeklagten im Prozess, wie es zu dem Angriff kam. Ob das stimmt, das wird in der Verhandlung nicht geklärt – jedoch infrage gestellt. Fest steht, dass der Angeklagte nach der Erzählung seiner Ex-Freundin drei Freunde kontaktierte – und sich mit ihnen verabredete. Die Ex-Freundin des Angeklagten sollte sich mit dem Opfer treffen. Am vereinbarten Treffpunkt warteten dann die Angeklagten auf ihn. Einer der Männer schlug den Kopf des 22-Jährigen gegen eine Wand. Er und zwei der anderen schlugen ihn mit der Faust und traten ihm ins Gesicht, als er auf dem Boden lag. Der Mann erlitt eine gebrochene Nase, mehrere Wunden und blaue Flecken.

Die Angeklagten gestehen die Tat, doch sie beteuern: Sie hätten sich nur mit dem Asylbewerber getroffen, um zu „reden“. Sicher, man habe dem Mann vielleicht etwas Angst machen wollen – doch Gewalt anzuwenden, das sei nicht der Plan gewesen.

Weil einer der Angeklagten geistig behindert ist und ein anderer nicht vorbestraft, kommen diese beiden mit der Einstellung des Verfahrens milde davon. Weil die beiden anderen jedoch bereits vorbestraft sind und sich einer im selben Prozess auch noch wegen eines Diebstahls verantworten musste, gab es für die anderen beiden ein Urteil. Den Vorwurf, die vier Männer hätten den Asylbewerber ausgeraubt und ihm Handy und Geld gestohlen, sah das Gericht nicht bestätigt. (SZ)

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