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Urzeitgeheul und Trommelwirbel

Kreba-Neudorf. In denzurück liegenden Tagen haben die Kinder der Grundschule „Brüder Grimm“ viel aus derSteinzeit erfahren.

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Von Jost Schmidtchen

Am Freitag ging im Rahmen des „Fächerverbindenden Unterrichts“ für die Kinder der Grundschule „Brüder Grimm“ in Kreba-Neudorf eine interessante Projektwoche zu Ende. Eine Woche lang beschäftigten sich die Schüler mit der Steinzeit (SZ berichtete), und die Resultate sind nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern auch sehr anschauenswert für jeden, der in diesen Tagen in das Schulhaus hinein schaut. Da wird er gleich hinter der Eingangspforte von zwei Urmenschen begrüßt. Natürlich nur symbolisch, denn sie sind der Mittelpunkt einer hochinteressanten Ausstellung, in der die von den Kindern erarbeiteten Ergebnisse vorgestellt werden. Ein Besucher sagte: „Wo habt ihr denn das alles ausgegraben?“ Antwort: „Im Zeichenraum.“

Grabung in Horscha

Gegraben wurde im Vorfeld der Projektwoche allerdings auch, nämlich im Tonschacht Horscha. Da halfen vier Schüler der Klasse 10 der Comenius-Mittelschule Mücka, um den für das Projekt benötigten Ton zutage zu fördern, und Ofenbaumeister Peter Spinde aus Kreba-Neudorf stellte den Lehm zur Verfügung. Ton und Lehm waren die Grundstoffe für die Gestaltung von Skulpturen und Reliefs nach dem Vorbild der Steinzeitmenschen. Sie geben einem Außenstehenden in der Tat einige Rätsel auf, aber nicht den Kindern, die sie anfertigten: „Der Untergrund ist Ton und die Reliefgestaltung ist ebenfalls aus Ton modelliert“, erklärte Laura Müller der SZ. „Unsere Steinzeitreliefs zeigen wie die der Urmenschen Frauenfiguren und Tiere.“

Die Ausstellung vermittelt einen Überblick, wie die Unterrichtsfächer Deutsch, Kunst, Mathematik, Musik, Sachkunde und Sport eine Woche lang der Steinzeit angeglichen wurden. Schulleiterin Heidrun Schönwälder: „Das Projekt war für alle so interessant, dass wir es noch um eine Woche hätten verlängern können.“

Malen wie die Urmenschen

In der Klasse 2 wurden die Handabdrucke im Hoch- und Tiefdruck nachgestaltet, die Schüler der Klassen 3 und 4 malten in den Farben Braun, Gelb, Rot und Schwarz. Das waren die vier Farben, die die Urmenschen kannten, Mammute, Bisons und ein Mammut vor der Fallgrube. Dazu einen Urmenschen in diesen Farben. Erläutert wird an Einzelprojekten auch die Kleidung aus Tierhäuten, bearbeitet mit einem Steinschaber, körpergerecht zugeschnitten mit der Feuersteinklinge und genäht mit einer polierten Knochennadel.

Freitagmorgen gab es steinzeitliche Rituale. Kevin als Mitglied der Jugendfeuerwehr wurde vom Schamanen zum Feuerwächter ernannt und mit Trommelwirbel und einem Tanz gekrönt. Alle Kinder wussten: Brennt die Höhle, dann rufe „112“. Alle wussten freilich auch, dass der Schamane ihre Schulleiterin war. Max aus Klasse 2 erzählte, wie der Neandertaler zu seinem Namen kam und dann erklang das Lied „Als wir Urzeitmenschen waren“, gesungen von den Kindern der Klassen 3 und 4: „Einst vor abertausend Jahren, als wir Urzeitmenschen waren, nahmen wir gefundne Knochen, nicht allein zum Suppe kochen. Nein, wir schnitzten aus Gebein, Flöten uns, die klangen fein“.

Wölfe früher und heute

Da es Wölfe in der Steinzeit auch gab und in der Lausitz heute wieder gibt, machte Karsten Nitsch aus Neustadt/Spree die Kinder mit den Wölfen vertraut. Es war eine rundum gelungene Woche.

Am Freitag gab es für den Schamanen alias Heidrun Schönwälder kurz vor Schulschluss noch eine große Überraschung: Er erhielt seinen Schamanenstab, gebastelt von der Klasse 1 gebastelt.AUF EIN WORT