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US-Fachportal berichtet über Notgeld

Die Amerikaner beleuchten ein oft vergessenes Kapitel des Meissener Porzellans.

In der Porzellanmanufaktur Meissen im Triebischtal wurde nach dem Ersten Weltkrieg auch Notgeld hergestellt.
In der Porzellanmanufaktur Meissen im Triebischtal wurde nach dem Ersten Weltkrieg auch Notgeld hergestellt. © Claudia Hübschmann/Archiv

Meißen. In einem mehrseitigen Beitrag für das US-Fachportal Coin Week widmet sich Autor Tylor Rossi der spannenden Geschichte des Notgeldes aus der Manufaktur Meissen. Notgeld kam seinen Angaben zufolge in den vergangenen vier Jahrhunderten immer dann ins Spiel, wenn Menschen den Glauben in ihre Regierung verloren und eigene Verrechnungssysteme schufen.

Besonders schwierig gestaltete sich die Lage in Deutschland mit der Niederlage des Reiches im Ersten Weltkrieg. Manufaktur-Direktor Max Adolf Pfeiffer sei es damals gewesen, der das Unternehmen auf die Produktion von keramischem Notgeld vorbereitete. Aufgrund von Metallengpässen durch die Nachfrage der Kriegsindustrie und das Horten in privaten Haushalten seien einige Münzen zu diesem Zeitpunkt bereits knapp geworden. Pfeiffer entwickelt daher eine Alternative. 

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Coin Week zufolge wurden die zumeist aus sogenanntem Böttgersteinzeug bestehenden Münzen im Unternehmen selbst sowie mehreren deutschen Regionen zu Verrechnungszwecken genutzt. Allerdings erwies sich das Material aufgrund seiner Fragilität als unpassend. Schnell hätten sich auch Sammler auf das Notgeld gestürzt. Die Phase dieser exotischen Währung sei zum Ende gekommen, als die Produktion von Geschirr und Figuren wieder an Fahrt aufnahm. Heute können dem Autor zufolge für sehr rare Stücken Preis von bis zu 85 Euro erzielt werden. (SZ)

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