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USA: Eine Nation mit Atemnot

Der Patient USA ist durch Corona und Rassismus geschwächt. Doch statt einer Heilung gibt es Rezepte, die nur alles schlimmer machen. Ein Kommentar.

Thomas Spang (r.) ist Korrespondent in Washington.
Thomas Spang (r.) ist Korrespondent in Washington. © AP/dpa

Von SZ-Korrespondent Thomas Spang

In den USA leidet eine ganze Nation unter Atemnot. „Ich bekomme keine Luft“, sagen die Schwarzen, die im Würgegriff gnadenloser Polizisten ersticken. Wie auch Zehntausende an Corona-Erkrankten, die sterben, weil ihr Staat versagt. 

Bevor „Onkel Sam“ Symptome zeigte, litt er schon an unbehandelten Vorerkrankungen wie strukturellem Rassismus, sozialer Ungerechtigkeit und einem abgewirtschafteten Staat. Die Polarisierung der Gesellschaft schwächte das Immunsystem zusätzlich. Angesichts der lebensbedrohlichen Diagnose bräuchte der amerikanische Patient dringend einen Heiler. Stattdessen verschreibt er Rezepte, die alles nur Schlimmer machen.

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