merken
PLUS Riesa

Verband verteidigt Strehlaer Angler

Ein Mann hatte bei Riesa einen kapitalen Wels an Land gezogen. Das brachte ihm auch Kritik. Doch ein Zurücksetzen wäre verboten gewesen.

Am Elbufer in Riesa-Gröba zog ein Angler Mitte Juni einen kapitalen Wels an Land. Nicht jedem gefiel diese Nachricht. Ein Verstoß gegen die Regeln war der Fang aber nicht, so der Anglerverband.
Am Elbufer in Riesa-Gröba zog ein Angler Mitte Juni einen kapitalen Wels an Land. Nicht jedem gefiel diese Nachricht. Ein Verstoß gegen die Regeln war der Fang aber nicht, so der Anglerverband. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Fang eines zwei Meter langen Welses in der Elbe hat unter SZ-Lesern eine Kontroverse ausgelöst. Kommentatoren in den sozialen Netzwerken bedauerten den Fang und fragten sich, ob man das imposante Tier nicht hätte am Leben lassen können. "Dabei hätte ich den Fisch gar nicht zurücksetzen dürfen", sagt der Angler aus Strehla. 

Der Landesanglerverband Sachsen gibt dem Mann grundsätzlich Recht. "Angeln mit dem Ziel, die gefangenen Fische zurückzusetzen, ist grundsätzlich nicht gestattet", erläutert Verbandssprecher Martin Schuster. "Das  verbietet das Tierschutzgesetz." Das Thema eines generellen Verbots, Fische zurückzusetzen, werde aber auch in Sachsen kontrovers diskutiert. "Unter anderem deshalb, weil es an manchen Gewässern aus Hegegründen auch sinnvoll sein kann, kleine oder sehr große Fische zurückzusetzen." Das könne auch dann gelten, wenn eine Verwertung - also ein Verzehr - nicht sinnvoll erscheint. "Das Verspeisen eines Welses von zwei Metern ist sicherlich kein uneingeschränkter Genuss", so Schuster. 

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Welsbestand nimmt zu

"Welse mit einer Länge von zwei Metern können mit Hinblick auf die Elbe durchaus als kapital bezeichnet werden und sind eher die Ausnahme", erklärt der Sprecher weiter. Generell gelte für den Fang von Welsen keine Schonzeit oder ein Mindestmaß, weil ihr Bestand an vielen sächsischen Gewässern zunimmt.  "Unter anderem die klimatischen Bedingungen und der Nährstoffreichtum in den Gewässern sind dieser Entwicklung zuträglich."  Wichtig sei beim Fang lediglich, die Tiere sofort waidgerecht zu töten. "Das waidgerechte Töten besteht im Grunde aus einem Betäubungsschlag und dem anschließenden Entblutungsschnitt."

Weiterführende Artikel

Angler zieht Riesen-Wels an Land

Angler zieht Riesen-Wels an Land

Anderthalb Stunden lang liefert sich ein Senior bei Riesa einen Kampf mit dem Zwei-Meter-Fisch. Ein Moment, auf den er Jahrzehnte gehofft hatte.

Kritisch sehen die Verbände in erster Linie das sogenannte "Trophäenfischen", sagt Martin Schuster. Dabei gehe es im Grunde um das Angeln oder Fischen ausschließlich zur Präsentation. Im Fall des Strehlaer Anglers stand das allerdings nicht im Vordergrund. Der Senior angelt seit mehr als 60 Jahren - und hat auch den Riesen-Wels aus der Elbe bereits für den Verzehr filetiert und eingefrostet.

Mehr aktuelle Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr aktuelle Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa