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Dresden

Verein: Hechtfest könnte lahmgelegt werden

Die Stadt will auf die Bitte einiger Anwohner im Hechtviertel Radbügel an zwei Kreuzungen aufstellen. Kritiker befürchten, dass damit das Stadtteilfest gefährdet wird.

Musik über Kopfhörer statt von der Bühne: Beim Hechtfest gehört die Silent Disco zwar zum Programm, tanzen wollen die Besucher vor allem aber auch zur Musik der Bands auf den zwei großen Bühnen. Gerade die könnten aber bald Geschichte sein.
Musik über Kopfhörer statt von der Bühne: Beim Hechtfest gehört die Silent Disco zwar zum Programm, tanzen wollen die Besucher vor allem aber auch zur Musik der Bands auf den zwei großen Bühnen. Gerade die könnten aber bald Geschichte sein. © André Wirsig

Eine Bürgerinitiative wollte das Hechtviertel ein bisschen besser machen, doch jetzt wird Kritik am Vorstoß einiger Anwohner laut: In einer Petition hatten sie sichere Wege im Viertel gefordert. 

Dass an der Erlen-, Fichten- und Seitenstraße jeweils an der Kreuzung zur Johann-Meyer- sowie zur Hechtstraße Autos regelmäßig falsch parken, sei unter anderem für Kinder gefährlich: Sie müssten auf die Straße laufen, um auf die andere Seite zu kommen. Der Aufruf, der im vergangenen Jahr gestartet wurde, hatte Erfolg: Die Stadt will nun Fahrradbügel an den Kreuzungen aufstellen. „Damit soll das ständige widerrechtliche Parken verhindert werden“, so die Stadt auf Anfrage. Ein Problem könnte damit jedoch für das Hechtfest entstehen.

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Solche Fahrradbügel will die Stadt aufstellen. 
Solche Fahrradbügel will die Stadt aufstellen.  © Archiv/Marion Gröning

Das Stadtteilfest stellt an den ausgemachten Problemstellen jährlich die größten Bühnen auf. Die Initiatoren befürchten, dass das Hechtfest durch die Radbügel lahmgelegt werden könnte. Die Vorstandsvorsitzende des Hechtviertel-Vereins, Katrin Köhler, erklärt: „Im Grunde genommen befürworten wir die Petition, aber es muss eine Lösung gefunden werden, die mit den Sicherheitsauflagen des Hechtfests vereinbar ist.“ Denn: Die Bühnen könnten nicht verlegt werden, etwa auf die Straße. „Dann würde es mit den Fluchtwegen ein Problem geben.“ Sollte eine Panik entstehen, wäre das Gedränge groß und die Fläche zu beengt. Auch die Bühnen so hoch zu bauen, dass sie über die Radbügel hinausragen, sei nicht überall zu realisieren, erklärt Köhler und zeigt Konsequenzen auf: Würden die Bühnen wegfallen, verliere das Fest an Attraktivität – und Einnahmen. „Wir finanzieren mit den Geldern aber auch andere Aktionen im Stadtteil“, sagt Köhler und verweist unter anderem auf das Drachenfest und den Hechtzauber.

Bedenken hatte der Hechtviertel-Verein laut Köhler schon vor einigen Monaten geäußert – auch gegenüber den Ämtern der Stadtverwaltung. Obwohl die Zusammenarbeit bisher immer reibungslos verlaufen sei, gebe es bisher noch keine Lösung für das Problem, das zur Existenzbedrohung für das Hechtfest werden könnte. Jetzt hoffen die Aktiven auf Gespräche mit den sicherheitsrelevanten Ämtern der Stadt. Vor der Sommerpause müsse eine Lösung gefunden werden, so Köhler.

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In diesem Jahr ist das Hechtfest, das vom 23. bis 25. August stattfindet, nicht gefährdet, die Radbügel sollen erst danach montiert werden. Die Stadt erklärt, dass sich die Hechtfest-Organisatoren so mit langem Vorlauf auf die neue Situation einstellen und um die Radbügel herum planen könnten. Der Stadtteilverein hat hingegen konkrete Ideen, um sichere Wege und das Hechtfest unter einen Hut zu bringen: Die Fahrradbügel sollten demontierbar sein, wie auch auf dem Loschwitzer Dorfplatz. Auch hier hatten feste Radbügel zunächst für Ärger mit Veranstaltern geführt. Laut Köhler wäre es auch eine Option, Blumenkübel oder Papierkörbe als Sperren aufzustellen. Denn: „Radbügel gibt es im Hecht viele, sie werden aber verhalten genutzt.“