SZ +
Merken

Vereine reden beim Dreiseithof mit

Warum die Vereine in das denkmalgeschützte Gebäude einziehen wollen.

Teilen
Folgen

Von Jane Pabst

Dass beim Ausbau des Dreiseithofes mehr als nur drei Seiten beleuchtet werden müssen, zeigt die aktuelle Diskussion darüber. In der vergangenen Woche kritisierten Gegner die ihrer Meinung nach zu niedrig angesetzten Heizkosten (400 Euro jährlich) sowie die ebenfalls angeblich zu hoch eingestufte Anzahl der geplanten Veranstaltungen (einmal pro Woche). Nun äußern sich die Gröditzer Vereine zu dem geplanten Umbau des denkmalgeschützten Hauses in ein Kulturzentrum.

„Diese Chance kommt nie wieder“, meint Kerstin Pollmer, Vereinsvorsitzende des Kultur- und Heimatvereins Gröditz. Denn 85 Prozent der Kosten des insgesamt 3,34 Millionen Euro teuren Vorhabens können gefördert werden. Die SAB gab dem in der vergangenen Woche diskutierten Realisierungs- und Betriebskonzept Dreiseithof bereits grünes Licht. „Auch wir sind nicht blauäugig mit den Zahlen“, sagt Pollmer und fährt fort: „Natürlich ist es eine Herausforderung, aber warum sollen wir uns dieser nicht stellen?“. Sie fordert: „Wer jetzt nein zum Dreiseithof sagt, solle eine vernünftige Alternative bieten.“ Auch Petra Prauss, Vereinschefin vom Kinderland Gröditz, wäre sehr enttäuscht, wenn am Montag zur Stadtratssitzung gegen das Konzept gestimmt wird. „Alle unsere Mitglieder sind richtig heiß, endlich im Dreiseithof unsere Zimmer zu beziehen“, erzählt sie. Ihr Verein nutzt im Auszugshaus eine zirka 20 Quadratmeter große Wohnung mit Kochnische und Küchenzeile. „Wir können es gar nicht erwarten, freuen uns auf die Zeit im Dreiseithof.“ Natürlich seien drei Millionen viel Geld, aber Abriss sei ihrer Ansicht nach auch keine Alternative. „Der Dreiseithof wäre aus Vereinssicht für alle ein Gewinn“, sagt sie und hofft, dass einige Kritiker doch noch vernünftig werden.

Anlaufpunkt für alle

Für Maritta Thiele vom Familien- und Frauenzentrum Riesa-Gröditz ist die zentrale Lage wichtig. „Aktuell sind wir in einem Wohngebiet am Stadtende untergebracht, die Lage des Dreiseithofes in der Stadtmitte ist da viel besser“, so die Projektorganisatorin. Zudem sei die Miete mit drei Euro günstiger als in den bisherigen Räumlichkeiten.

Jürgen Grütze vom Radsportverein Gröditz 1952 e.V schließt sich den Argumenten an. „Es wäre ein Anlaufpunkt für alle - so etwas gibt es bisher nicht“, sagt er. Sein Verein würde an der Scheune einen zehn Quadratmeter kleinen Abstellraum für Rennräder und Bekleidung nutzen. „Bisher sind wir in der Schule untergebracht, aber wir brauchen etwas zum Abschließen.“ Zudem punktet der Dreiseithof mit seinen Veranstaltungsräumen. „Da müssten wir unsere Vorstandssitzungen oder Versammlungen nicht im Wirtshaus abhalten“, sagt er.

Die Idee für den Dreiseithof ging vom 74 Mitglieder zählenden Reppiser Heimatverein aus. „Vor einigen Jahren wollten wir einen alten Bauernhof ausbauen, doch das scheiterte am Stadtrat“, erinnert sich Olaf Lindner. Nun hofft er, dass er bald im Dreiseithof ein bis zwei Mal wöchentlich den Veranstaltungssaal nutzen kann.