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Vergebliche Suche nach einem Augenarzt

Riesa. Wer krank ist, der geht zum Arzt. So zumindest die Theorie. In Riesa ist dies bei bestimmten Krankheiten längst nicht mehr so einfach. Der Fachärztemangel macht sich mehr und mehr bemerkbar. Besonders dramatisch ist die Situation in Riesa bei den Augenärzten.

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Riesa. Wer krank ist, der geht zum Arzt. So zumindest die Theorie. In Riesa ist dies bei bestimmten Krankheiten längst nicht mehr so einfach. Der Fachärztemangel macht sich mehr und mehr bemerkbar. Besonders dramatisch ist die Situation in Riesa bei den Augenärzten.

Beim Kaffeeklatsch im Museum ging einer von ihnen, Dr. Hans Langer, gestern auf diese Problematik noch einmal ein. Ende des Jahres beabsichtigt er, seine Praxis aufzugeben und hinterlässt damit eine große Lücke.

Seine Tochter, Dr. Ute Langer, betreibt bereits seit 1993 ihre eigene Praxis in Riesa. 22 000 Patienten werden in ihrer Einrichtung betreut. Damit ist auch schon ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Der Bedarf liegt weit über der doppelten Zahl. Dr. Henner Hochmann, der kürzlich in den Ruhestand ging, wollte seine Praxis an einen Nachfolger verschenken. Keine Chance. „Das wäre früher die Altersvorsorge für einen jungen Arzt gewesen“, erklärt Hans Langer erschüttert. „Wir haben alles versucht und versuchen es weiter, einen Augenarzt nach Riesa zu locken.“

Aktionen mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen sowie Anzeigen und Versuche, beispielsweise mit Österreich zu kooperieren, scheiterten, denn die Einkommensmöglichkeiten für niedergelassene Ärzte sind in den neuen Bundesländern für junge Mediziner nicht attraktiv.

Da die Leistungen seit Mitte des Jahres um zehn Prozent niedriger bewertet werden, müssen Ärzte jetzt für dasselbe Geld länger arbeiten.

Auch die Stadtverwaltung hatte versucht, einen Augenarzt für Riesa zu finden. Vergeblich. (pn)