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Verjüngungskur für Arnsdorf

Mehr als 15 Jahre wurde der Dorfkern von Arnsdorf auf Vordermann gebracht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Von Alexander Buchmann
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Das Gebäude Bahnhofstraße 15 (links), in dem sich das Arnsdorfer Standesamt befindet, konnte dank Fördergeldern saniert werden.
Das Gebäude Bahnhofstraße 15 (links), in dem sich das Arnsdorfer Standesamt befindet, konnte dank Fördergeldern saniert werden. © Thorsten Eckert

Arnsdorf. Sanierungsbedürftige Gebäude, schlechte Straßen, fehlende Konsum- und Freizeitangebote: Als der Arnsdorfer Gemeinderat im Juli 2003 die Satzung über das Sanierungsgebiet „Ortskern“ beschloss, lag im Ort manches im Argen. So waren knapp die Hälfte der Gebäude in dem Gebiet sanierungsbedürftig. Gut 15 Jahre später sieht das ganz anders aus. Weil mittlerweile auch die Förderung ausgelaufen ist, konnte der Rat die Satzung Ende vorigen Jahres aufheben. Dabei wurde auch eine Bilanz der umgesetzten Maßnahmen gezogen.

„Man staunt, was sich alles verändert hat“, sagt Bürgermeisterin Martina Angermann in der Ratssitzung. So wurden seit 2003 insgesamt 37 private Wohn- und Geschäftshäuser teilweise oder umfassend modernisiert und instand gesetzt. Bei 22 privaten Gebäuden wurde beispielsweise die Sanierung der Außenhülle gefördert. Außerdem wurden fünf private und öffentliche Abbruchmaßnahmen durchgeführt, um die entstandenen Freiflächen besser nutzen oder erneut bebauen zu können.

Auch die Gemeinde investierte in öffentliche Einrichtungen. So wurde das Gebäude Bahnhofstraße 15 der Gemeindeverwaltung, in dem sich unter anderem das Standesamt befindet, ebenso saniert, wie die Kegelbahn des Vereinshauses in der Ernst-Thälmann-Straße und das Dach der Kirche. Der stark verbesserungswürdige Zustand der Straßen und Wege gehört größtenteils ebenfalls der Vergangenheit an. So wurden die Bahnhofstraße, die Karl-Liebknecht-Straße sowie die Post- und die Mozartstraße umfassend erneuert.

Für den Gasthof konnte bisher keine Lösung gefunden werden.
Für den Gasthof konnte bisher keine Lösung gefunden werden. © Thorsten Eckert

Insgesamt sind so 8,8 Millionen Euro in das Gebiet zwischen der Stolpener Straße/Radeberger Straße im Norden, Bahnhofstraße im Süden, Hauptstraße, Markt und Mozartstraße im Westen und Friedrich-Wolf-Straße und Niederstraße im Osten geflossen. Und das sind nur die Vorhaben, die von der Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH (KEM) erfasst wurden. Dafür waren 1,3 Millionen Euro Fördergelder, darunter 426 000 Euro von der Gemeinde.

Mit vergleichsweise wenig Geld sei so viel geworden, sagt Sarah Uhlig von der KEM als sie in der Ratssitzung die Ergebnisse vorstellt. Das Prinzip einer Anschubfinanzierung durch Fördergelder habe in Arnsdorf gut geklappt. Die Gemeinde habe ihr Sanierungsziel zu 90 Prozent erreicht, so das abschließende Fazit.

Stellen, an denen noch Sanierungsbedarf besteht, seien das alte Kino und der Gasthof „Zur guten Hoffnung“. Für Letzteren sei es jedoch schwierig, jemanden zu finden, der investiert. Denn neben Geld braucht es auch ein Nutzungskonzept. Das leer stehende Gebäude im Ortszentrum sei schade, so Uhlig. In den letzten 25 Jahren habe sie aber die Erfahrung gemacht, dass man nicht jeden retten könne.

Mit Hinblick auf die vielen Missstände und das wenige Geld, das die Gemeinde zur Verfügung hatte, könne man zufrieden sein, sagt auch die Bürgermeisterin. „Unser Ort kann sich nach der Zeit sehen lassen“, sagt Angermann. Dennoch hätte sie gern noch mehr Straßen in Arnsdorf saniert.

Gemeinderat Steffen Gröber zieht ebenfalls ein positives Fazit. „Es war damals die richtige Entscheidung, wenn man sieht, was geworden ist“, sagt er. Der Zustand habe sich erheblich verbessert. „Ich kann nur den Hut ziehen vor den Arnsdorfern, die im Sanierungsgebiet wohnen und Geld in die Hand genommen haben.“