merken
PLUS

Verkaspert schöne Weihnachten

Beim Weihnachtsmarkt in Hohnstein schlüpften die Händler in historische Kostüme. Das war nicht die einzige Premiere.

Von Katarina Lange

Wenn der Kasper auf den Weihnachtsmann trifft, dann kann das nur in Hohnstein sein. Und so war es auch gestern – beim zwölften Weihnachtsmarkt in der Burgstadt. Insgesamt 40 Händler hatten sich auf dem Markt und in den Gassen rund um das Rathaus positioniert, um den Besuchern mit Glühwein und Handwerkskunst einen Vorgeschmack auf die Festtage zu geben. Und nicht nur Kasper und Weihnachtsmann waren bei dem romantischen Treiben dabei. Bürgermeister Daniel Brade hatte sich für die Eröffnung besonders schick gemacht. Mit langem schwarzen Umhang, weißem Leinenhemd und eiserner Kette mimte er einen Bürgermeister, so wie es ihn vor mehreren Hundert Jahren gegeben haben mag. An seiner Seite steht ein Hohnsteiner Urgestein, der Burgvogt. Den herbeigeeilten Gästen wünscht er noch ein gar frohes Plaisir, also viel Vergnügen. Dann geht es los. Die Hohnsteiner Blasmusikanten stimmen ein Weihnachtslied an. Damit ist der Markt offiziell eröffnet. Für die Musiker ist das eine Premiere. Denn in den letzten Jahren hatten sie eine andere Aufgabe. Die Bläser haben den Weihnachtsmarkt bisher musikalisch beendet. Nun dürfen sie ihn anstimmen.

Anzeige
Ab 2021 Ökostrom für Dresdner Bahnen
Ab 2021 Ökostrom für Dresdner Bahnen

Klimaneutral mobil: Ab 2021 bestellen die DVB nur noch Ökostrom. Dann werden die Straßenbahnen mit 100 Prozent sauberer Energie angetrieben.

Nach dem ersten Lied mischt sich der Weihnachtsmann unters Volk. Die ersten Kinder warten schon ungeduldig auf ihn. Marie gehört mit zu den ersten Kindern, die sich nah zu ihm trauen. Sie hat ein kleines Gedicht einstudiert. Stolz trägt sie es ihm vor. Als Dankeschön darf sie danach in seinen roten Sack greifen. Darin verstecken sich viele Süßigkeiten. „Dich kenne ich noch vom letzten Jahr“, ruft der Weihnachtsmann nun einem blonden Mädchen zu. An sie erinnert er sich besonders. Dem Mädchen war damals der Schokoladenlutscher abgebrochen. Das sorgte für die eine oder andere Träne. Gestern gab es einen kleinen Trost.

Umringt von Kindern und Erwachsenen ist auch der Kasper alias Heike Krause. Mit Glöckchenbimmel und großer Schüssel zieht sie am Sonntag durch Hohnstein. In dem Gefäß türmen sich die Lose für die traditionelle Tombola. Die zusammengerollten Zettel sind heiß begehrt. Der Kasper kommt kaum voran, so viele Besucher wollen ihm ein Los abkaufen. Zu gewinnen gibt es viel. Über 400 Preise haben die Hohnsteiner dieses Jahr organisiert und gestiftet. Der Hauptgewinn ist ein nagelneues Mountainbike.

So bunt wie der Lostopf, so vielfarbig ist auch der Stand von Christine Gerber. Die Hohburkersdorferin, die ein kleines Kunstlädchen betreibt, hat bunte Kissen, Mützen, Schals und Taschen drapiert. „Alles selbstgenäht“, erklärt sie. Und damit Unikate. Aus verschiedenen Stoffen und Mustern zaubert sie zum Beispiel Eulen-Kuschelkissen. Das Motiv taucht immer wieder auf. „Eulen sind gerade sehr beliebt“, weiß die Künstlerin. Auch in Hohnstein werden sie zum Verkaufsschlager.