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Junger Görlitzer kauft Altstadt-Baulücke

Das Grundstück Handwerk 19 erhält einen neuen Eigentümer. Der soll es bebauen.

Die Stadt verkauft die Altstadt-Baulücke Handwerk 19 an einen ihrer Angestellten.
Die Stadt verkauft die Altstadt-Baulücke Handwerk 19 an einen ihrer Angestellten. ©  Archivfoto: Nikolai Schmidt

Die Stadt hat einen neuen Eigentümer für eine der letzten Baulücken der Görlitzer Altstadt gefunden. Manuel Auster aus Görlitz ist der Käufer für das Grundstück Handwerk 19, direkt zwischen dem einstigen Tuchmacherinnungshaus und dem früheren Kulturamt. Der Verwaltungsausschuss stimmte für den Verkauf an Auster – einen Mitarbeiter im Bau- und Liegenschaftsamt der Stadt Görlitz.

Bieter zahlt 22.500 Euro

Er zahlt 22.500 Euro für das sehr schmale, aber langgezogene, 198 Quadratmeter große Grundstück. Ziel der Stadtverwaltung ist, dass Auster ein Gebäude errichtet. Die Baulücke eignet sich aus Sicht der Stadt für ein Ein- oder Zweifamilienhaus oder ein Wohn- und Geschäftshaus. „Die Bebauung soll zwei Jahre nach Eigentumsumschreibung auf den Käufer im Wesentlichen abgeschlossen sein“, heißt es in der Vorlage aus dem Verwaltungsausschuss. Wann die Eigentumsumschreibung erfolgt, ist noch nicht geklärt. Nach Aussage von Auster hat der Notartermin noch nicht stattgefunden. Erst nach dem Termin will er sich öffentlich dazu äußern, was genau er plant.

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Neubau muss sich einfügen

Die Stadt macht dazu einige Vorgaben. Der Neubau muss sich in die Umgebung städtebaulich einfügen, wofür insbesondere Straßenflucht, Traufhöhe, Dachform, Gestalt und Material der Fassaden kennzeichnend sind. Andererseits wünscht sich die Stadt aber kein historisierendes Gebäude. Stattdessen soll man dem Haus ansehen, dass es sich um einen Neubau handelt.

Insgesamt hatten sechs Bieter ein Gebot abgegeben. Drei boten mehr Geld als Auster. „Die Kaufangebote wurden im Amt für Stadtentwicklung mit Blick auf die Belange des Städtebaus, des Denkmalschutzes und der Stadtsanierung von mehreren Bearbeitern unabhängig voneinander bewertet“, sagt Rathaussprecherin Sylvia Otto. Es sei geschaut worden, wie die Inhalte der Angebote die Erfüllung der einzelnen Kriterien erwarten lassen. Dabei wurde jedes Angebot einzeln auf alle positiven Merkmale hinsichtlich der Einzelkriterien geprüft. Austers Angebot war „das in der Summierung der Erfüllung der einzelnen Kriterien überzeugendste Angebot“, sagt sie.

Preisangebote waren nicht ausschlaggebend

Zudem sei sein Finanzierungskonzept gegenüber anderen Bietern ausführlich und überzeugend gewesen. Die Preisangebote seien bei der Bewertung nicht ausschlaggebend gewesen. Es sei aber sichergestellt, dass der Bilanzwert des Grundstückes mindestens erreicht wird, um keinen Verlust für die Stadt entstehen zu lassen. Des Weiteren seien der Bodenrichtwert für das Grundstück übertroffen und die sanierungsrechtlichen Preisregelungen eingehalten worden. Da nicht zum Höchstgebot veräußert wird, holt das Rathaus aber nach Aussage von Sylvia Otto eine Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde ein: „Die Stadt hat in diesem städtebaulich sensiblen Gebiet ein gesteigertes und rechtlich zulässiges Interesse, andere Belange als den Kaufpreis höher zu werten.“

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