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Verkehr kann wieder rollen

Die Straße von Sebnitz nach Ottendorf ist wieder frei. Gebaut wird aber dennoch.

Von Anja Weber

Solche Termine stehen bei Landrat Michael Geisler und dem Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh sicherlich ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Deshalb griffen sie auch ganz schnell zur Schere, um gemeinsam mit Bauleiter Jens Stiehr das gelbe Sperrband zu durchtrennen. Der Bauleiter hatte übrigens doppelten Grund zur Freude. Er konnte die Straße sogar einige Tage früher übergeben, als eigentlich geplant. Damit rollt der Verkehr auf der wichtigsten Verbindungsstraße von Sebnitz nach Ottendorf und von dort auch wieder ins Kirnitzschtal. Und so mancher Ottendorfer wird gar nicht mehr wissen, wie es sich auf einer ordentlichen Straße fährt. Denn schon seit Jahren geht es in den Ort nur über die Buckelpiste. Ein Teil ist jetzt frisch asphaltiert.

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Die Bauarbeiten an der Kreisstraße waren recht umfangreich und auch schon lange geplant. Doch das Hochwasser im Jahr 2010 ließ den Ausbau ins Stocken geraten. Im April konnte es dann losgehen. Vor den Bauleuten der Firma aus Lauchhammer lagen anstrengende Wochen, denn an der desolaten Straße gab es für sie viel zu tun.

Sie wurde auf einer Länge von 485 Metern grundhaft ausgebaut. Mit dem Ausbau auf eine normale Breite von 5,50 Metern, einschließlich der Kurvenverbreiterung, sind jetzt auch die Schutzeinrichtungen und Entwässerungsanlagen erneuert. Während der Bauarbeiten musste die Straße voll gesperrt werden. Gebaut wurde zwischen dem Ortsausgang Hertigswalde und dem Abzweig Hohe Straße. „Damit ist die touristisch wichtige Verbindung in die Hintere Sächsische Schweiz pünktlich vor den Sommerferien für Einwohner, Urlauber und Gäste wieder durchgängig befahrbar“, sagte Landrat Michael Geisler. Wie geplant, werden im Herbst entlang der Trasse noch Bäume gepflanzt. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen rund 350 000 Euro. Der Freistaat Sachsen stellte dem Landratsamt als Bauherren dafür rund 235 000 Euro Fördermittel zur Verfügung.

In den nächsten Tagen baut der Landkreis dann noch an weiteren Straßen. Als Nächstes ist die Ortsdurchfahrt Saupsdorf dran. Auch hier war der Ausbau schon seit Längerem geplant. Wegen des Hochwassers 2010 musste der ebenfalls verschobenen werden. Für die Sanierung der Kreisstraße durch Saupsdorf macht der Freistaat 1,09 Millionen Euro locker. Insgesamt kostet die Erneuerung der Straße, für die der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig ist, rund 1,25 Millionen Euro. Geplant ist, die Straßendecke auf einer Länge von 1 600 Metern komplett zu erneuern.

Hinzu kommen umfangreiche Maßnahmen zur Entwässerung: Straßengräben, Durchlässe und Hausanschlüsse. Denn unkontrolliert über die Straße fließendes Wasser sei das größte Problem, so der Landkreis, es greift die Deckschicht an. Da die Straße schmal ist, muss sie für die Dauer der Arbeiten voll gesperrt werden. Das Landratsamt rechnet mit einer Bauzeit von rund vier Monaten. Die offizielle Umleitung nach Hinterhermsdorf soll voraussichtlich über Ottendorf ins Kirnitzschtal und weiter nach Hinterhermsdorf erfolgen. Ortskundige werden sicherlich die alte Hinterhermsdorfer Straße ab Saupsdorf nutzen.

Nicht gebaut wird der Abschnitt zwischen dem Ortseingang in Saupsdorf und der Kreuzung. Zuständig dafür ist der Freistaat und damit das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Antwort aus der Behörde lautet bislang noch, dass der Freistaat nicht plane, diesen Abschnitt der Staatsstraße in diesem Jahr mit zu sanieren. Ob möglicherweise vor der Landtagswahl dort doch noch Bauleute anrücken, ist allerdings offen.

Mit dem Bau der Ortsdurchfahrt Saupsdorf schließt der Landkreis sein Straßenbauprogramm in den Sebnitzer Ortsteilen für 2014 aber noch nicht ab. Voraussichtlich im Oktober will der Landkreis dann auch mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt Ottendorf beginnen. Die ist schon seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand.

Die schweren Laster, die das Baumaterial zur Kirnitzschtalstraße transportiert hatten, gaben der Straße den Rest. Nicht nur tiefe Löcher, sondern vor allem die heruntergebrochenen Randstreifen werden für Kraftfahrer zum Risiko. Gebaut wird auch dort unter Vollsperrung.