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Verkehrschaos  soll beendet werden

Täglich kommt es an der Grundschule in Zauckerode zu gefährlichen Szenen. Um das zu ändern, gibt es nun einen Vorschlag.

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Wirrwarr: Jeden Tag kommt es auf dem Parkplatz der Grundschule Zauckerode zum Verkehrschaos, wie hier in der vergangenen Woche. Die einen wollen rein, die anderen raus und dazwischen laufen die Kinder.
Wirrwarr: Jeden Tag kommt es auf dem Parkplatz der Grundschule Zauckerode zum Verkehrschaos, wie hier in der vergangenen Woche. Die einen wollen rein, die anderen raus und dazwischen laufen die Kinder. © Andreas Weihs

Es ist 7.30 Uhr und das tägliche Verkehrschaos vor der Grundschule Zauckerode beginnt: Autos halten, Kinder springen heraus, andere Schüler schlängeln sich zu Fuß durch die Reihen der parkenden oder rangierenden Wagen. 

Es stinkt nach Abgasen und die Straße der Stahlwerker entlang stauen sich schnell sieben Fahrzeuge, weil andere die Strecke blockieren. „So ist das hier jeden Morgen. Und nachmittags, wenn die Kinder abgeholt werden, wiederholt sich das ganze“, schildert Ines Richter beim Vor-Ort-Termin in der vergangenen Woche.

Richter ist die Vorsitzende des Elternrates und hörte in der Vergangenheit öfter die Klagen der Eltern zur Verkehrssituation. Es ging dabei immer wieder um mehr Sicherheit für die Kinder, aber auch um mehr Parkmöglichkeiten für die Elterntaxis – und das in einem Bereich Zauckerodes, der so eng bebaut ist, dass der Verkehr nur in Einbahnstraßen fließen kann.

Nun gibt es einen Lösungsvorschlag für das Verkehrschaos vor der Grundschule. Mit wenig Aufwand könnte der Schulparkplatz eine zweite Ausfahrt bekommen und ein Fußweg angelegt werden. Das soll höchstens 10 000 Euro kosten, vermutlich weniger, haben die Eltern ermittelt. Mitgebracht und offiziell bei der Stadtverwaltung eingereicht wurde der Vorschlag von Lars Tschirner, der für die Bürger für Freital im Stadtrat sitzt und das Problem aus erster Hand kennt, weil auch seine Kinder die Grundschule besuchen.

Grundübel ist aus Sicht der Eltern der Parkplatz der Schule. Er bietet 15 Fahrzeugen Platz, ist aber meistens schon vor Schulbeginn dicht belegt. Lehrer parken hier und vermutlich auch einige Anwohner. Vielen Eltern, die ihre Kinder per Auto bringen, weil sie weit weg von der Schule wohnen, bleibt gar nichts anderes übrig, als ihre Fahrzeuge an der Feuerwehrzufahrt und auf der engen Straße zu halten. Zudem hat der Parkplatz nur eine gemeinsame Ein- und Ausfahrt, eine zweite Zufahrt ist mit Pollern abgesperrt. Wer also auf dem Parkplatz eine Lücke ergattert oder sich flugs in die zweite Reihe stellt, muss dann umständlich wieder herausrangieren. „Dabei kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen“, berichtet Tschirner.

Denn die Schüler müssen über den Parkplatz laufen oder die Ein- und Ausfahrt kreuzen, um überhaupt zur Schulhaustür zu gelangen. Kommen am frühen Nachmittag noch die ersten Freizeitsportler hinzu, um in der Schulturnhalle zu trainieren, vergrößert sich das Chaos.

Daher schlagen die Eltern vor, die zweite Zufahrt des Parkplatzes zu öffnen und auf dem Parkplatz eine Haltezone für die Elterntaxis einzurichten. „Dann würde das Hin- und Herrangieren schon mal entfallen“, begründet Elternsprecherin Richter. Zudem, so die Forderung, soll eine begrenzte Parkzeit von zwei Stunden eingerichtet werden. Das würde Dauerparker verscheuchen. Größter Eingriff, den die Eltern vorschlagen, wäre ein neuer Fußweg. Er soll auf einem jetzigen Grünstreifen entstehen und parallel am Parkplatz vorbeiführen. „Alle Kinder, die momentan über den Parkplatz laufen, hätten dann auf dem Fußweg mehr Sicherheit“, sagt Stadtrat Tschirner.

So soll das Verkehrschaos aus Elternsicht gelöst werden.
So soll das Verkehrschaos aus Elternsicht gelöst werden. © SZ

Wie der Schulleiter René Marth die Situation beurteilt und ob er überhaupt Handlungsbedarf sieht, ist nicht bekannt. Mehrere Presseanfragen blieben unbeantwortet.

Im Freitaler Rathaus nimmt man den Vorschlag derzeit genauer unter die Lupe. „Wir prüfen den Sachverhalt baulich, verkehrsrechtlich, finanziell. Dazu finden auch Gespräche mit Beteiligten und Vor-Ort-Termine statt“, sagt Matthias Weigel, Sprecher der Stadt Freital. Eine Entscheidung dazu bleibt dem Stadtrat vorbehalten und soll schon in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Lars Tschirner hofft, dass die Abgeordneten dem Vorschlag folgen. „Wir Eltern haben uns sehr viele Gedanken gemacht und lange diskutiert, wie man das Verkehrsproblem lösen kann. Aus unserer Sicht ist das der beste und vernünftigste Vorschlag für alle Seiten.“