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Verkehrserziehung mal anders

Bautzener Gymnasiasten haben sieben Kurzfilme gedreht. Dafür durften sie als Fußgänger und Radfahrer einiges falsch machen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Bautzen. Die Bautzener Seminarstraße ist ein gefährliches Pflaster, vor allem das Stück zwischen Schilleranlagen und Tzschirnerstraße. Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer können leicht miteinander ins Gehege kommen. Dass Radfahrer dort trotzdem nicht auf dem Fußweg fahren dürfen, wenn sie älter sind als zehn Jahre, zeigt einer von sieben Kurzfilmen. Schüler des Schiller- und des Melanchthon-Gymnasiums haben sie im vorigen Jahr gedreht und in der vergangenen Woche vorgestellt. Zur Premiere kam auch Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm, denn das Filmprojekt „Meine Straße, deine Straße, unsere Straße“ wurde von der Stadtverwaltung unterstützt. Bei der technischen Umsetzung half der Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanal .

Sandro Balk aus der Klasse 8 d des Melanchthon-Gymnasiums mimte in dem genannten Kurzfilm den ungestümen „Kampfradler“ auf der Seminarstraße. Wie seinen 19 Mitstreitern hat ihm die Arbeit an dem Projekt viel Spaß gemacht. „Die Vorbereitungen begannen schon im Frühjahr 2014, und im Sommer haben wir die Ideen dann umgesetzt“, berichtet der Schüler. Auch die Nachbearbeitung, die im Herbst stattfand, war sehr spannend, ergänzt Anna-Maria Rost aus der 10/4 des Schiller-Gymnasiums. Bei den Dreharbeiten und danach hätten sie gemerkt, wie aufwendig so eine Filmproduktion ist. „Für drei Minuten Film haben wir manchmal vier bis fünf Stunden gearbeitet“, sagt Anna-Maria Rost.

Pfiffig gemacht und mit fetziger Musik

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Filme, zu denen auch Interviews mit Verkehrsteilnehmern an den neuralgischen Punkten zwischen Bahnhofstraße, Schilleranlagen und Seminarstraße gehören, sind pfiffig gemacht, rasant geschnitten und mit fetziger Musik unterlegt. Es sind Lehrfilme im besten Sinne, die ohne den erhobenen Zeigefinger auskommen. Zu sehen sind sie über den städtischen Kanal bei Youtube.

Nun ist die Stadt an der Reihe, ihre Hausaufgaben zu machen. So sollen die in den Filmen aufgezeigten Problemstellen bei der Verkehrsführung rund um die Schilleranlagen in den Jahren 2016 und 2017 beseitigt werden. Die Planungen laufen, informierten Oberbürgermeister Christian Schramm und Falko Wendler, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes.

https://www.youtube.com/user/StadtBautzen