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Verkehrsknoten wird umgebaut

Am Mühlgässchen entsteht ein Kreisverkehr. Deshalb werden ab Montag Autos umgeleitet. Fahrer müssen vier Hürden nehmen.

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Von Anja Weber

Das Hochwasser 2010 hatte die Hirschbrücke am Mühlgässchen zerstört. Sie konnte nur soweit hergerichtet werden, dass sie befahrbar ist. Jetzt hat die Stadt Fördermittel bekommen und kann mit dem Neubau der Brücke beginnen. Doch das Ganze hat einen Haken: Die Stadt Sebnitz hat das Hochwasserschutzkonzept für den Fluss prüfen lassen. Nun haben Gutachter festgestellt, dass die Bauweise der jetzigen Brücke ein Schwachpunkt ist. Die Brücke ist zu niedrig. Demzufolge kann zu wenig Wasser abfließen.

Henning Krämer vom Ingenieurbüro Krämer in Bischofswerda hat deshalb gemeinsam mit dem Sebnitzer Bauamt nach Wegen gesucht, wie die Brücke neu konzipiert werden kann. Dazu kommt, dass der Bereich Kreuzung Mühlgässchen/Neustädter Weg/Neustädter Straße ein unübersichtlicher Verkehrsknotenpunkt ist. Deshalb wurde nach Lösungen gesucht, das Areal komplett umzugestalten.

Nun soll die Brücke angehoben und so neu errichtet werden, dass sie auf 9,50 Meter Breite die Sebnitz überspannt. Das ist allerdings nicht so einfach, denn auf der gegenüberliegenden Seite müsste die Fläche aufgeschüttet werden. Deshalb wird die Brückenachse verlegt und ein Mini-Kreisverkehr errichtet. Dieser hat einen Durchmesser von etwa 16 Metern. In der Mitte wird eine Insel mit einem Durchmesser von etwa vier Metern aufgepflastert. Der Kreisverkehr hat keinerlei Kanten und kann deshalb von Bussen und Lastern auch mal überfahren werden. Diese hätten sonst keine Chance, diesen engen Radius zu passieren. Die Verkehrsführung bei einem Mini-Kreisel ist die gleiche wie bei einem großen Kreisverkehr.

Um genügend Platz zu haben, hat die Stadt das Haus Neustädter Straße 8 gekauft, um es abreißen zu lassen. Um keine Zeit zu verlieren, beginnen die Arbeiten im Kreuzungsbereich mit dem Abriss des Hauses und dem Umverlegen der Kabel. Am Montag ist Baustart. Aus diesem Grund wird die Kreuzung komplett gesperrt.

Das bedeutet, dass sich die Kraftfahrer bis zum 16. November auf Behinderungen einstellen müssen. Die Stadtverwaltung wird die Umleitungen ausschildern. Aufgrund der komplizierten Verkehrsführung sind jedoch auch alle Kraftfahrer aufgerufen, auf die tagesaktuelle Beschilderung zu achten.

1. Hürde: Gartenstraße

An der Kreuzung Gartenstraße/Neustädter Straße/Götzingerstraße gibt es die erste Einschränkung. Wegen der sehr engen Gröschelstraße und der fehlenden Wendemöglichkeit auf der Neustädter Straße unterhalb des Viaduktes für längere Fahrzeuge wird die Neustädter Straße ab der Kreuzung für Fahrzeuge mit maximal 7,5 Tonnen Gesamtgewicht begrenzt. Der Abschnitt unterhalb des Viaduktes ist frei bis zur Baustelle und darf nur von Fahrzeugen bis maximal 3,5 Tonnen befahren werden.

2. Hürde: Bahnhofstraße

Änderungen gibt es an der Kreuzung Bahnhofstraße/Neustädter Straße. Die Neustädter Straße wird als Sackgasse ohne Wendemöglichkeit ausgeschildert. Im ersten Abschnitt bis zur Baustelle ist Begegnungsverkehr für Anlieger mit Pkw möglich. Die Bahnhofstraße bleibt Hauptstraße und die Neustädter Straße wird untergeordnet (Ausfahrt aus der Straße). Am Burggässchen/Einmündung Neustädter Straße wird der Richtungspfeil (rechts) gestrichen, sodass die Ausfahrt aus dem Burggässchen in Richtung Bahnhofstraße möglich ist.

3. Hürde: Neustädter Weg

Gedacht wurde auch an die Anlieger des Neustädter Weges. Damit sie ihre Häuser erreichen können, wird der Bereich ebenfalls anders ausgeschildert. Demnach ist der Neustädter Weg ab Kreisverkehr Schillerplatz im Begegnungsverkehr beschränkt auf Fahrzeuge mit maximal 2,8 Tonnen. Links und rechts gilt Halteverbot. Die Bushaltetasche wird für Pkws freigegeben. Die Zufahrt zur Deutschen Kunstblume Sebnitz und zur Stadthalle wird ausgewiesen.

4. Hürde: Mühlgässchen

Das Mühlgässchen wird bis zur Baustelle für Fahrzeuge unter 3,5 t im Begegnungsverkehr unter Vorbehalt freigegeben. Dazu ist es erforderlich, beidseitiges Halteverbot, ausgenommen die Parkplätze an den Parkuhren, anzuordnen. Der Vorbehalt betrifft die Unfallgefahr. Wenn wegen der Verkehrssituation an der Einmündung auf die Schandauer Straße Unfälle passieren, sollen weitere Einschränkungen getroffen werden.

Erhöhtes Unfallrisiko besteht auch an der Schandauer Straße/Ecke Mühlgässchen. Innerhalb der Zone 30 gilt rechts vor links, das heißt, die Fahrzeuge auf der Schandauer Straße genießen gegenüber dem Mühlgässchen das Vorfahrtsrecht. Sofern jedoch aus dem Mühlgässchen zeitgleich ein Fahrzeug in die Schandauer Straße einbiegen möchte, kann das von der Schandauer Straße kommende Fahrzeug wegen Platzmangels nicht in das Mühlgässchen einbiegen, sondern muss dem auf der untergeordneten Straße die Vorfahrt gewähren.