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Döbeln

Verkehrsschau nach tödlichem Unfall

An einer schlecht einsehbaren Kreuzung bei Gallschütz starb ein Feuerwehrmann. Jetzt reagieren die Behörden.

An der Stelle, an der sich die Staatsstraße von Döbeln nach Mügeln und die Kreisstraße von Schrebitz nach Gallschütz kreuzen, ist nach einem schweren Unfall eine Verkehrsschau geplant.
An der Stelle, an der sich die Staatsstraße von Döbeln nach Mügeln und die Kreisstraße von Schrebitz nach Gallschütz kreuzen, ist nach einem schweren Unfall eine Verkehrsschau geplant. © Archivfoto: Dietmar Thomas

Großweitzschen. Ende April ereignete sich auf einer Kreuzung nahe Gallschütz ein Unfall, bei dem ein Schrebitzer Feuerwehrmann ums Leben kam.

Kurz danach hat Großweitzschens Bürgermeister Jörg Burkert (parteilos) beim Landratsamt Mittelsachsen eine Verkehrsschau beantragt. Diese soll nach Informationen des Döbelner Anzeigers Ende Juni, reichlich neun Wochen nach dem Unfall erfolgen. Die Presse ist dabei allerdings nicht erwünscht. Auf eine Anfrage an das Landratsamt mit der Bitte um Teilnahme antwortete Pressesprecher André Kaiser: „Dies ist aber leider nicht möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis.“

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Verkehrsschauen erfolgen durch Mitarbeiter der Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörde (in diesem Fall das Landratsamt), der Polizei, der Straßenmeistereien und der zuständigen Kommune. Hat sich im Vorfeld ein Unfall ereignet, ist in der Regel auch ein Mitarbeiter der Unfallkommission mit vor Ort. Geprüft werden dort Vorfahrtsregeln sowie Verkehrsführungen und ob Markierungen und Wegweisungen notwendig und richtig platziert sind. Auch, ob es am Fahrbahnrand Hindernisse gibt, die Gefahrenquellen darstellen, spielt bei der Begutachtung eine Rolle.

Kurz nach dem Unfall am Ostermontag hatte der Gallschützer Ortswehrleiter Ingolf Schmidt erklärt: „Es wäre angebracht, dass an der Kreisstraße ein Stoppschild aufgestellt und die Geschwindigkeit, die auf der Staatsstraße gefahren werden darf, verringert wird.“ Denn an der Kreuzung habe es bereits mehrere Unfälle gegeben. Schmidt hatte damals den Einsatz am Unfallort geleitet.

Das Landratsamt Mittelsachsen hat allerdings bisher eine andere Sicht auf den Bereich, an dem sich die Staatsstraße von Döbeln nach Mügeln und die Kreisstraße von Schrebitz nach Gallschütz kreuzen. „Die genannte Örtlichkeit ist uns als Unfallhäufungsstelle nicht bekannt“, teilte Pressesprecher Kaiser Ende April mit.

Alle Straßen im Landkreis Mittelsachsen würden regelmäßig auf die vorhandene Beschilderung überprüft. „Darüber, ob eine Kreuzung oder ein Knotenpunkt als Unfallhäufungsstelle eingestuft werden soll, entscheidet die Polizei“, sagte Kaiser. Laut dem Unfallatlas der Statistischen Landesämter hat es im Jahr 2017 einen Unfall mit einem Leichtverletzten an dieser Kreuzung gegeben. Der Atlas weist allerdings bisher nur die Jahre 2016 und 2017 aus. (mit je)

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