SZ +
Merken

Verkehrsstrudel oder Kreisverkehr?

Für Alf Martineck, der täglich aus Dresden-Nord nach Meißen zur Arbeit fährt, beginnt der Arbeitstag seit einiger Zeit mit einer kleinen Konzentrationsübung. Denn auf halber Strecke muss er das beschauliche...

Teilen
Folgen

Von Torsten Oelsner

Für Alf Martineck, der täglich aus Dresden-Nord nach Meißen zur Arbeit fährt, beginnt der Arbeitstag seit einiger Zeit mit einer kleinen Konzentrationsübung. Denn auf halber Strecke muss er das beschauliche Weinböhla passieren, das, gar nicht provinziell, neuerdings mit seinem Kreisverkehr für Wirbel sorgt. „Folgt man den amtlichen Umleitungsschildern, kommt man ganz schnell in Coswig raus, wenn man nicht aufpasst“, schimpft Martinek. Einmal ist ihm das so gegangen, was entscheidende Minuten auf dem Arbeitsweg gekostet habe.Reichenbach: An Coswig führt kein Weg vorbeiUnd tatsächlich. Wenn man vom Zentralgasthof in Richtung Elbgaubad fährt, kündet ein gelbes Schild mit einem dicken roten Strich vom „Ende der Umleitung“. Aber da geht sie eigentlich erst los. Was fehlt, ist ein Hinweis, dass man nach rechts zum neuen Haltepunkt abbiegen, dann weiter weiter zum Kreisverkehr und endlich auch in Richtung Meißen fahren kann. Weinböhlas Bürgermeister Reinhart Franke kennt die Schilder auch nicht im Detail, wie er sagt. Richtig sei aber, dass die Gemeinde zuständig ist.„Einen Hinweis nach rechts haben wir unterlassen, damit der Schwerlastverkehr nicht aus Versehen einbiegt und dann vor der zu niedrigen Brücke an der Meißner Straße festhängt“, sagt Franke. Dass durch aber auch Pkw-Fahrer in die Irre geleitet werden, sei bedauerlich. Das Ganze wäre aber bald vorbei, verspricht er. Schon nächste Woche soll bei gutem Wetter die Abfahrt zur Großenhainer Straße asphaltiert werden. Dann entspanne sich die Lage.Im benachbarten Coswig sieht man die sanfte Lenkung von nichts ahnenden Autofahrern in die Große Kreisstadt mit Wohlgefallen. „Das zeigt ganz deutlich“, sagt Coswigs OB Michael Reichenbach, „an Coswig führt kein Weg vorbei.“