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Verkehrsverstöße im Fünf-Minuten-Takt

Tagesgespräch mit Erwin Jahn, Leiter Verkehrsüberwachung Bautzen

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Seit mehreren Tagen überprüft die Polizei an der B 6 vor dem Kornmarkt-Center den Straßenverkehr. Weshalb finden hier so intensive Kontrollen statt?

Uns geht es darum, die Verkehrssicherheit im Bautzener Stadtgebiet zu erhöhen, gerade jetzt, wo es im Stadtgebiet viele Baustellen gibt. Wir haben die Busbucht am Lauengraben gewählt, weil hier der Verkehr besonders dicht ist und wir die Kreuzung zur Karl-Marx-Straße einsehen können. An der Stelle kommt es oft zu Verkehrsverstößen.

Was machen die Fahrer falsch?

Vor allem wird hier unberechtigterweise links abgebogen. Die Fahrer missachten den Geradauspfeil und überqueren dabei auch die Sperrlinie auf der B 6. Außerdem kontrollieren wir, ob die Autofahrer angeschnallt sind, alle Fahrzeugpapiere bei sich haben sowie ob die Haupt- und Abgasuntersuchungen ordnungsgemäß eingetragen sind.

Haben Sie Verkehrssünder erwischt?

Leider eine ganze Menge. Vom 27. Juli bis 11. August wurden von uns 389 Fahrzeuge kontrolliert. Davon bogen allein 224 Autos falsch ab. 13 Fahrer waren nicht angeschnallt und in 23 Fällen mussten wir Mängel an den Fahrzeugpapieren feststellen. Unter anderem war die Hauptuntersuchung überfällig. In den drei Stunden, die wir an diesen Tagen den Straßenverkehr kontrollierten, mussten wir durchschnittlich 21 Verstöße feststellen.

Was erwarten die erwischten Fahrer für Strafen?

Den gesamten Bußgeldkatalog aufzuführen ist sicher zu umfangreich. Aber allein das Überfahren der Sperrlinie auf der B 6 hat ein Bußgeld von 30 Euro zur Folge.

Sie sagten, die Kontrollen würden auch wegen der vielen Baustellen erfolgen. Wäre es nicht einfacher gewesen, während der Vollsperrung der Äußeren Lauenstraße einfach das Linksabbiegerverbot aufzuheben?

Nein, das wäre viel zu gefährlich. Gerade auf dem Lauengraben ist der Verkehr so dicht, dass ein Linksabbiegen hier unweigerlich zu Unfällen führen würde.

Sind die Kontrollen beendet?

Nein, wir beobachten den Verkehr natürlich weiter.

Gespräch: Thomas Drendel