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Verkehrte Welt beim Pilzesammeln

Pilzberater Eckart Klett aus Liegau-Augustusbad hat so viele Anfragen wie selten. Denn es wachsen jetzt Pilze, die es noch gar nicht geben dürfte.

Dieses Jahr geht es nicht mit rechten Dingen zu, sagt Pilzberater Eckart Klett aus Liegau-Augustusbad. Zurzeit gibt es ungewöhnlich viele Pilze und es wachsen Exemplare, die nicht in diese Jahreszeit gehören.
Dieses Jahr geht es nicht mit rechten Dingen zu, sagt Pilzberater Eckart Klett aus Liegau-Augustusbad. Zurzeit gibt es ungewöhnlich viele Pilze und es wachsen Exemplare, die nicht in diese Jahreszeit gehören. © Thorsten Eckert

Liegau-Augustusbad. Das Frühjahr gehört bei Pilzberatern zu den eher ruhigen Zeiten. Kaum Pilze, da klopfen nur wenige Sammler bei den Beratern an. In diesem Jahr ist das offenbar anders. „Bis jetzt Ende Mai haben sich bereits 20 Pilzfreunde bei mir gemeldet und wollten wissen, ob die von ihnen gefundenen Pilze genießbar sind“, sagt Experte Eckart Klett aus Liegau-Augustusbad. Die Sammler haben ihm Rötlinge, Champignons, Perlpilze und Parasolpilzen, auch Riesenschirmpilze genannt, vorgelegt. „Die meisten waren essbar. Viele hatten die Besitzer im eigenen Garten gefunden“, sagt der Liegauer. Ihn erstaunt die große Zahl von Nachfragen. „Im Jahr bekomme ich sonst insgesamt rund 90 Besuche und Anfragen. Hält das an, wird es ein arbeitsreiches Jahr“, sagt der Pilzberater. Der Grund für die große Nachfrage ist das ungewöhnlich starke Pilzwachstum. „Die vergangenen Tage waren ja recht feucht. Der Regen lässt die Pilze sprießen. Dort wo es jetzt hell und „luftig“ ist wie an Wegen, in Gärten oder an Waldrändern sind die Pilze jetzt zu finden. Pünktlich zur Apfelblüte habe die Saison begonnen.

Der Pilzexperte berichtet von einem Ausflug am Herrentag nach Lohsa im Lausitzer Seenland. „Dort haben wir an den Wegen derartig viele Butterpilze gefunden, dass wir sie fast nicht transportieren konnten. Diese Menge hat mich überrascht. Im Wald selber gibt es allerdings derzeit kaum Pilze“, sagt er. Die zweite Überraschung für den Experten: viele Pilze, die jetzt aus dem Boden schießen, sind Exemplare, die normalerweise im Herbst wachsen. „Es geht dieses Jahr nicht mit rechten Dingen zu. Perlpilze, Parasolpilze und violette Rötelritterlinge gehören eigentlich nicht in den Mai. Sie sind typisch für den September oder Oktober.“ Er vermutet, dass sie etwas nachzuholen haben. Wegen der Trockenheit wuchsen im vergangenen Jahr so gut wie keine Pilze. „Sie wollen vermutlich ihre Fortpflanzung nachholen. Das Wetter passt, so sprießen sie.“

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Hält auch Vorträge

Er hofft jetzt, dass die Witterung so feucht bleibt. Sonne und Regen im Wechsel bei angenehm warmen Temperaturen wäre ideal. „Dann erwarten wir ein gutes ertragreiches Pilzjahr 2019.“

Wer Infos in Sachen Pilze sucht, sollte vor dem Haus von Eckart Klett in Liegau-Augustusbad vorbeischauen. Dort hat er eine Tafel aufgestellt, auf der beispielsweise die Termine der nächsten Veranstaltungen aufgeführt sind. Unter anderem ist nachzulesen, wo er die nächsten Vorträge hält. Aber auch Giftnotrufnummern sind vermerkt. Ein sogenannter Pilzbriefkasten findet sich ebenfalls dort. Interessenten können in einem Korb die Pilze ablegen, zu denen sie Fragen haben.

Allerdings dürfte der momentan noch wenig genutzt werden. Ein wechselnder „Pilz des Monats“ sowie weitere Pilzmodelle ergänzen das Angebot von Eckart Klett. Alle, die sich von dem Pilzexperten beraten lassen wollen, können telefonisch einen Termin vereinbaren.

Tipps für Pilzsammler: Pilzberater Eckart Klett ist zu erreichen in Liegau-Augustusbad, Am Hofeberg 12, 103528 411444, Der Pilznotruf für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Telefon: 0361 730730, im Internet https://www.ggiz-erfurt.de

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