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Vermieter in der Region greifen nach den Sternen

Sterne stehen hoch im Kurs. Nach deren Anzahl kann jetzt auch der Gast seine Ferienwohnung oder sein Zimmer in der Region auswählen. Der Urlauber bekommt damit eine Orientierungshilfe. Und der Vermieter weiß, wie seine Unterkunft eingeschätzt wird.

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Von Ute Himmer

„Ich hoffe, dass uns die Sterne etwas Glück bringen und nächstes Jahr mehr Gäste kommen“, sagt Annelie Hentschel. Die Sebnitzerin vermietet eine Ferienwohnung. Doch nicht immer waren ihre vier Wände in der Saison von den Touristen gefragt. Dennoch hat sie gewissermaßen nach den Sternen gegriffen und sich der Prüfungsprozedur unterzogen. „Wir wollten einfach sehen, wie unser Quartier nach bundeseinheitlichen Kriterien eingeschätzt wird.“ Und die drei Sterne besagen, dass sich die Urlauber hier rundherum wohl fühlen können.In der Seidenblumenstadt sowie im Ortsteil Hinterhermsdorf gehört Annelie Hentschel damit zu den Vorreitern in der Sterne-Aktion, die der Tourismusverband Sächsische Schweiz seit dem Sommer angeschoben hat. Im Kreis waren die Neustädter die Ersten. „Es ist eine der Marketinginitiativen, um Urlauber in die Region zu locken“, sagt Tino Richter. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes weiß am besten, dass mehr Urlauber die wirtschaftliche Situation verbessern. Aber die Zahl der Übernachtungen hat den Stand vor dem Hochwasser im August 2002 noch nicht wieder erreicht. 1,7 Millionen heißt die Messlatte. Deshalb ist Richter auch erfreut, dass die Sterne-Aktion gut gestartet ist. Im Frühjahr wird noch einmal ein Schwung dazu kommen, meint er optimistisch. Denn von den insgesamt 58 Sebnitzer Privatvermietern haben lediglich fünf die kritischen Augen der Kontrolleure in ihre vier Urlauberwände gelassen. „Bei uns ist dieser Prozess zögerlich angelaufen“, gibt Sybille Tausche von den Fremdenverkehrsbetrieben Sebnitz/Hinterhermsdorf zu. Eine Ursache waren sicher die Vorbereitungen auf den Tag der Sachsen, mutmaßt sie. Aber einige wollten auch nicht, weil sie über den Winter noch renovieren oder ausbauen möchten.Diesen Trend haben ebenso Anett Immel von der Touristinformation Stolpen sowie Kerstin Glöckner von der Bad Schandauer ausgemacht. In der Kurstadt sind es von den rund 100 Vermietern lediglich sechs Sterne-Träger. Die Burgstadt Stolpen kann zwar auf ein besseres Ergebnis verweisen. Hier konnten von den 25 Vermietern immerhin an 17 Sterne vergeben werden. Immel sieht aber nicht nur, dass die Prüfung der Quartiere Informationen für den Gast gebracht hat. „Die Vermieter sind auch sensibilisiert worden, was wichtig sein könnte“, schätzt sie ein. „Außerdem haben wir Tipps gegeben, wo noch etwas verbesserungswürdig ist.“ Aber die Kriterien verzerren auch etwas das Bild. Denn die Ferienwohnung kann noch so hübsch sein, wenn die Freizeiteinrichtungen im Ort nicht vorhanden sind, rücken die vier Sterne als Top-Adresse in weite Ferne. Darüber soll in einem Erfahrungsaustausch gesprochen werden, sagt Glöckner.