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Döbeln

Verrückter Pausencontainer

Frank Schäfer hat seine Spuren im Tierheim „Am Wiesengrund“ hinterlassen. Die Gäste des Frühlingsfestes können es am 11. Mai bestaunen.

Graffitikünstler Frank Schäfer hat die Außenwand des Pausencontainers im Tierheim Ostrau gestaltet.
Graffitikünstler Frank Schäfer hat die Außenwand des Pausencontainers im Tierheim Ostrau gestaltet. © Dietmar Thomas

Ostrau. Der Graffitikünstler Frank Schäfer war wieder einmal kreativ. Er hat die naturgetreue Nachbildung von Tieren mit abstrakter Kunst verbunden. 

Auf dem bisher weißen Pausencontainer der Mitarbeiter des Tierheimes „Am Wiesengrund“ springen nun Ziege, Kaninchen, Katze und Meerschweinchen auf einer leuchtend grünen Wiese mit Blumen herum. Fehlen darf auch das Maskottchen Jacku, der Papagei, nicht. 

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Die Wiese ist nicht naturgetreu nachgebildet, sondern stellt Bogen und Brücken dar. „Das ist ein echter Hingucker“, sagte Tierheimleiterin Yvonne Jasinski. Wäre es nach den Mitarbeitern des Tierheimes gegangen, dann säßen Kaninchen und Co. aufgereiht auf dem Container. Doch Frank Schäfer wollte mehr, etwas Kreatives. „Ich habe erst einmal alles im Kopf sortiert und dann den Tierschützern einen Vorschlag unterbreitet“, sagte Frank Schäfer. Es sollte etwas Verrücktes, Abgefahrenes werden.

Dann legte der Graffitikünstler in der vergangenen Woche los. Drei Tage und mindestens 20 Dosen Farbe benötigte er für das Kunstwerk. „Ich habe mit einem Speziallack und mit mehreren Schichten gearbeitet. Ich gehe davon aus, dass die Farbe einige Jahre, aber mindestens bis zu meiner Rente hält. 

Es gibt Bilder, die ich vor 30 Jahren gesprüht habe. Die sind dann zwar etwas verwittert, aber trotzdem noch sichtbar“, so Frank Schäfer. Er arbeite sozusagen an seinem Lebenswerk. Bereits 1991 sprühte er eines seiner ersten großen Bilder in Ostrau. Damals auf ein Gebäude, das zur Ostrauer Schule gehörte. Später gestaltete er ein Bild im Schulclub.

Auf die Idee, für die Tierschützer ein Kunstwerk zu entwerfen und es umzusetzen, kam Frank Schäfer durch einen Bericht im Döbelner Anzeiger. Damals wünschte sich die stellvertretende Tierheimleiterin Marlies Przybilla jemanden, der den weißen Container verschönert. Und das ging schneller als gedacht.

Wer denkt, dass es besonders schwierig ist, die Tiere naturgetreu zu sprühen, der irre, so Schäfer. Es seien eher die abstrakten Motive gewesen, die nicht ganz einfach waren. Wer genau hinschaut, erkennt am oberen Rand in Form eines Geflechtes das Logo von Frank Schäfer, das „JMF-Jam Master Funk“. Das hatte sich der Künstler bereits in den 1980er-Jahren zugelegt.

„Grundsätzlich soll das Bild freundlich wirken, zeigen, dass die Tiere hier gut leben, sie aber hoffnungsvoll auf einen neuen Besitzer warten. Der Hund, der aus dem Bild zu springen scheint, habe es schon geschafft“, so Schäfer. Der neue Aufenthaltsraum, der wegen der Umstrukturierung im bisherigen Gebäude notwendig wird, ist außen fertig. Nun muss er noch eingerichtet werden. „Dafür haben wir uns gebrauchte Möbel besorgt. Die müssen aber noch abgeholt werden“, sagte Yvonne Jasinski.

Frühlingsfest im Tierheim: Am 11. Mai in der Zeit von 11 bis 18 Uhr. Für Unterhaltung sorgen die Ostrauer Kita „Jahnataler Wiesenstrolche“, ein Seifenblasenartist, Vivien McCount und die Linedance Friends, Judoka des DSC. Die „Gentlemen on Drums“ aus Lommatzsch, der Ostrauer Hundesportverein und die Original Jahnataler Blasmusikanten. Das Frühlingsfest wird vom Tierschutzverein und den Ostrauer Rassekaninchenzüchtern organisiert.