SZ +
Merken

Verschätzt

Wohnungschef Reimitz ist sicher nicht zu beneiden mit dem Abriss-Programm im Nacken. Und er beeilt sich öffentlich zu versichern: nein, er habe es wirklich nicht früher gewusst. Noch im Dezember letzten Jahres habe er der KfW-Bank sein Unternehmenskonzept „Erst sanieren, dann Abriss“ vorgelegt.

Teilen
Folgen

Von Birgit Ulbricht

Wohnungschef Reimitz ist sicher nicht zu beneiden mit dem Abriss-Programm im Nacken. Und er beeilt sich öffentlich zu versichern: nein, er habe es wirklich nicht früher gewusst. Noch im Dezember letzten Jahres habe er der KfW-Bank sein Unternehmenskonzept „Erst sanieren, dann Abriss“ vorgelegt. Im August kam dann plötzlich das Schreiben von der KfW: das Konzept muss bis 5. September völlig geändert werden. „Erst Abriss“ hieß es nun. So werde gefördert.

Bis heute wisse er ja selbst nicht wann es los gehe. Ja, die Mieter allerdings auch nicht. Und die haben ein paar Bauchschmerzen mehr. Zumindest seit die Katze aus dem Sack ist, dass es weit weniger neue Wohnungen gibt als versprochen. Wer kann sich denn jetzt flugs ein Häuschen bauen oder -zig Euro mehr für die Miete ausgeben? Hier hat jemand Stadtreinigung auf Kosten der Menschen geplant, die zur falschen Zeit am falschen Ort wohnen. Die das Pech haben, noch da zu sein. Denn in den nächsten zehn Jahren sinkt die Einwohnerzahl schließlich um soundsoviel. Also wird gleich richtig flurbereinigt, weil es jetzt dafür Fördermittel gibt. Und da kommt vom Aufsichtsratvorsitzenden nur das Statement, man habe die Situation möglicherweise unterschätzt. Also bitte meine Herren, anderswo müssten Sie möglicherweise zurücktreten!