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Leben und Stil

Steuererklärung 2019: So verschenken Sie kein Geld

Wer privat für die Rente vorsorgt, stellt sich unabsichtlich oft schlechter. Diese Tipps helfen.

Kann ich das von der Steuer absetzen – und an welcher Stelle?
Kann ich das von der Steuer absetzen – und an welcher Stelle? © Christin Klose/dpa

Die Steuererklärung ist für viele ein rotes Tuch. Im Alltag wird sie möglichst lange aufgeschoben. Doch wer jetzt wegen Corona zu Hause ist, könnte die Zeit dafür nutzen, auch wenn die Abgabefrist erst am 31. Juli endet. „Wer seine Steuererklärung komplett digital ausfüllt und einreicht, profitiert von einem weiteren Vorteil. Die Software übernimmt die Vorjahres-Daten und gibt in den meisten Fällen Hinweise, wenn der Nutzer etwas falsch eingibt“, sagt Jana Schuppel vom Finanzdienstleister MLP in Wiesloch.

Falsche Einträge können bares Geld bedeuten. Denn das Finanzamt weise Verbraucher nachträglich nicht darauf hin, wie sie sich besserstellen können, erklärt Schuppel. Als Beispiel nennt sie die private Altersvorsorge. Hier einige wichtige Tipps.

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Mitteilung vom Versicherer

Versicherungsunternehmen senden die Informationen über Altersvorsorgebeiträge – zum Beispiel für Riester- oder Basis-Renten – automatisch ans Finanzamt. Der Gesetzgeber verpflichtet sie, dies anzubieten. Hierfür müssen Versicherte nur ihre Steuernummer beim Unternehmen hinterlegen und in die Datenübermittlung einwilligen. Das macht das Ausfüllen der Steuererklärung schon mal leichter.

Das richtige Formular

Das vereinfachte Bescheinigungsverfahren ist bequem, dennoch müssen steuerpflichtige Vorsorge-Sparer einiges beachten. Um für Riester- und Basisrente tatsächlich staatliche Förderung zu erhalten, müssen sie die geleisteten Beiträge nämlich auch an der richtigen Stelle eintragen: Riester-Sparer können pro Jahr maximal 2.100 Euro in der Anlage „AV“ ansetzen. Stehen die Angaben in diesem Formblatt, dann rechnet das Finanzamt automatisch nach, ob sich Sparer mit der Riester-Zulage besserstellen oder mit dem Sonderausgabenabzug.

Noch häufiger unterlaufen Fehler beim Eintragen einer Basis-Rente und einer oftmals damit kombinierten Berufsunfähigkeitszusatzversicherung: Der Jahresgesamtbeitrag ist in Zeile 8 der Anlage „Versorgungsaufwand“ einzutragen. Viele Steuerpflichtige tragen diesen irrtümlich in Zeile 47 bei „freiwilligen eigenständigen Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen“ ein. Das Finanzamt jedoch informiert Steuerzahler nicht über diesen Fehler und erstattet je nach Einkommenshöhe keinen Cent. Nur Beiträge zur selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung werden hier eingetragen.

Betriebsrente

Die Beiträge zur geförderten betrieblichen Altersversorgung werden nicht in der Steuererklärung angegeben. Der Arbeitgeber zahlt diese Beiträge direkt über die Entgeltabrechnung. In der Direktversicherung sind Beiträge in Höhe von bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung von der Steuer befreit. Für 2019 sind das maximal 6.432 Euro. Sozialversicherungsfrei sind vier Prozent – also 3.216 Euro. Bietet der Arbeitgeber die betriebliche Altersvorsorge über die sogenannten Durchführungswege „Unterstützungskasse“ oder „Direktzusage“ an, bleiben die Beiträge in voller Höhe steuerfrei. Werden die Beiträge vom Arbeitgeber getragen, sind sie zudem in voller Höhe sozialabgabenfrei. Beiträge im Rahmen einer Entgeltumwandlung sind zusätzlich zu denen einer Direktversicherung bis vier Prozent der Bemessungsgrenze sozialabgabenfrei.

Krankenversicherungsbeiträge

Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können Erwerbstätige für 2019 in Höhe der Basisabsicherung vollständig in der Steuererklärung ansetzen – und zwar in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ in den Zeilen 11 bis 44. Übersteigen die tatsächlichen Aufwendungen den Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen von 1.900 Euro (Selbstständige: 2.800 Euro), so kann der gesamte Betrag angesetzt werden. Für Verheiratete verdoppelt sich der Betrag bei gemeinsamer Veranlagung. Zudem können Eltern neuerdings auch die Krankenversicherungsbeiträge der bei ihnen steuerlich zu berücksichtigenden Kinder als Sonderausgaben ansetzen, sofern sie Bar- oder Sachunterhalt leisten.

Bleibt die Summe von Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträgen unterhalb des ansetzbaren Maximalbetrags, können Steuerpflichtige bis zu ihrer Höchstgrenze zusätzliche Vorsorgeaufwendungen in den Zeilen 47 und 48 angeben. Dazu zählen zum Beispiel Haftpflicht-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. „Auch den beruflichen Anteil an einem Beitrag zur Rechtsschutzversicherung können Arbeitnehmer steuerlich geltend machen. Viele Versicherer weisen diesen Anteil explizit in der Beitragsrechnung aus“, erklärt Michael Schwarz von MLP. Diesen Beitragsanteil können Arbeitnehmer als Werbungskosten in der Anlage N erklären. (rnw)

Was gilt bei der Steuererklärung?

Sind Sie unsicher, welche Versicherungsbeiträge relevant sind? Wissen Sie nicht, welche Sonderausgaben Sie geltend machen können? Muss jetzt jeder Rentner eine Erklärung abgeben? Antworten auf solche und ähnliche Fragen geben am Mittwoch, 25. März, von 14 bis 16 Uhr in unserem Telefonforum folgende Experten:

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  • Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine e.V., Berlin: 0351 48642805

  • Gabriele Kneschk, Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.: 0351 48642806

  • C. Melanie Kretschmer, Fachanwältin für Steuerrecht: 0351 48642807