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Verschwunden im Eismeer

Die Landesbühnen bringen mit „Das Kind der Seehundfrau“ ein altes Inuit-Märchen in den Klosterratsaal.

Von Nicole Czerwinka

Das Orchester sieht ein bisschen aus wie ein Sammelsurium aus dem Kuriositätenkabinett. Doch wenn die Musiker Jan Heinke und Demian Kappenstein alte Duschschläuche, Blechverkleidungen oder ein paar zusammengeschraubte Wasserrohre zum Klingen bringen, entlocken sie ihnen meist zarte Töne, bei denen man unwillkürlich an fremde, eisige Landschaften denken muss. Ihre ebenso seltsame wie faszinierende Klangmusik bildet den akustischen Rahmen für das Theaterstück zu dem alten, hierzulande unbekannten Inuit-Märchen „Das Kind der Seehundfrau“, das am Nikolaustag in Weinböhla Premiere feierte und nun am Dienstag und Mittwoch, 11. und 12. Dezember, von den Landesbühnen Sachsen auch in Riesa aufgeführt wird.

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Die Geschichte handelt von dem Eskimojungen Oruk, der bis zu seinem siebten Lebensjahr unbeschwert mit Vater und Mutter in einer kleinen Hütte am Eismeer lebt. Als seine Mutter plötzlich krank wird, lüftet sich jedoch schon bald ein lang gehütetes Geheimnis seiner Eltern. Denn Oruks Mutter ist eigentlich ein Seehund. Vor der Hochzeit musste sein Vater versprechen, ihr das Seehundfell nach sieben Jahren zurückzugeben, damit sie wieder ins Meer gehen kann. Die Inszenierung von Klaus-Peter Fischer erzählt diese nachdenkliche Geschichte von Liebe und Trennung auf behutsame Weise und hält dabei gekonnt die Waage zwischen traurigen und humorvollen Momenten.

Die Kompositionen, die Jan Heinke extra für diese Aufführung schrieb, funktionieren dabei wie gute Filmmusik – sie ergänzen und unterstützen die Handlung mit Klängen, Geräuschen oder einzelnen Liedern. Das Musiktheaterstück mit Stephanie Krone und Grian Duesberg in den Hauptrollen ist für Kinder ab acht Jahre, fasziniert mit seiner geheimnisvollen Atmosphäre aber auch große Zuschauer.