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Verständnis für Flut-Probleme

Nach seinem Brief an Tillich ist der Bürgermeister in Dresden gewesen. Fördermittel-Zusagen gab’s nicht, aber Hoffnung.

Von Carina Brestrich

Der gute, alte Brief – manchmal ist er genau das richtige Mittel. Zumindest auf die Gemeinde Kottmar trifft das jetzt so zu. Denn nachdem Bürgermeister Michael Görke (parteilos) kürzlich einen Beschwerdebrief über den schleppenden Wiederaufbau nach dem Hochwasser 2013 an den Ministerpräsidenten geschickt hatte, wurde Görke jetzt tatsächlich in die Staatskanzlei eingeladen. Stanislaw Tillich (CDU) selbst war zwar bei dem Treffen nicht dabei. Trotzdem könnte die Fahrt nach Dresden für die Gemeinde hilfreich gewesen sein.

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„Es war eine angenehme Atmosphäre“, berichtet Michael Görke. Gemeinsam mit Kämmerer Sven Friedrich und Gemeinderat Klaus Markus wurde er stellvertretend für Tillich von Staatssekretär Fritz Jaeckel empfangen. Nicht nur sie aber waren bei dem Gespräch dabei. Auch Vertreter unter anderem von der Stabsstelle Flut, der Fischereibehörde und der Sächsischen Aufbaubank waren vor Ort, um sich die Probleme der Gemeinde anzuhören. „Ich bin froh, dass die vielen, verschiedenen Stellen dabei waren. Alle waren uns gegenüber sehr offen“, erzählt der Bürgermeister.

Der habe die Möglichkeit genutzt, alle Sorgen der Gemeinde bei der Beseitigung der Hochwasserschäden ausführlich anzusprechen. Am Ende habe dies geholfen, auch Vorurteile abzubauen: „Wir haben festgestellt, dass es wichtig ist, dass alle am Wiederaufbau beteiligten Behörden miteinander und nicht gegeneinander arbeiten wollen“, sagt Görke. Dabei brauche es manchmal nur eine bessere Kommunikation. So etwa hatte die Gemeinde voriges Jahr bei der Instandsetzung einer Brücke unabsichtlich vergessen, die Fischereibehörde einzubeziehen. „Ein Aufseher der Behörde ist dann gleich ans Ministerium gegangen, statt zuerst bei der Gemeinde nachzufragen“, nennt Görke als Beispiel.

Wichtigstes Ergebnis des Termins dürfte aber vor allem die Zusage des Staatssekretärs sein, dass sich in Sachen Fördermittel-Zusagen in der Gemeinde künftig etwas bewegen werde. „Der Wunsch, dass es vorwärts geht, ist bei allen da“, sagt Görke. Den am schleppendsten laufenden Part sieht der Bürgermeister allerdings weiterhin beim Landratsamt. „Je länger es dauert, umso teurer aber wird es für uns“, sagt er.

Görke hatte vor einigen Wochen in einem Brief an Tillich seinem Ärger über die ständigen Verzögerungen beim Wiederaufbau nach dem Juni-Unwetter 2013 Luft gemacht. Der Freistaat hatte nach den Ereignissen eine schnelle und unbürokratische Hilfe zugesichert. Kottmar aber kommt, wie viele betroffene Gemeinden in der Region, nicht bei der Beseitigung voran, weil etwa immer wieder Unterlagen nachgereicht werden müssen. Die Gemeinde hat bisher keinen einzigen Fördermittelbescheid für die Reparatur der Schäden bekommen. Auch die von der Gemeinde vorfinanzierten sogenannten Sofortmaßnahmen wurden bisher nur zum Teil erstattet.