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Verstärkung für das Technologiezentrum

In das Haus zieht eine Firma, die die Medizin revolutionieren will. Und eine Kunstgalerie startet mit neuen Vorzeichen.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Die Kernbotschaft von Alexander Karrei ist klar. „Wir liegen voll im Plan“, sagt der Chef der Freitaler Technologiezentrums. Knapp vier Jahre nach der Eröffnung des Wirtschaftsstandorts für junge Unternehmen kann er mit der Bilanz zufrieden sein. Rund 80 Prozent der Flächen sind vermietet. Die Sächsische Zeitung zeigt die vier Erfolgsfaktoren.

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Erfolgsfaktor I:
Immer mehr Flächen sind vermietet

Der Wirtschaftsplan des Technologiezentrums sah von Anfang an ein schrittweises Wachstum vor. Ab einer Auslastung von etwa 90 Prozent kann sich das Zentrum selbst tragen und wäre nicht mehr auf Zuschüsse der Stadt angewiesen. Laut Karrei sind derzeit etwas mehr als 80 Prozent der Flächen vermietet. „Damit haben wir den Plan sogar leicht übererfüllt“, sagt er. Zu allen noch freien Flächen laufen derzeit Verhandlungen. Konkret geht es gerade um die Vermietung einer 750 Quadratmeter großen Fläche. „Welches Unternehmen das ist, kann ich noch nicht sagen.“

Fix ist hingegen der Einzug der Firma Smartnanotubes, einer Ausgründung aus der TU Dresden. Das Unternehmen will sogenannte Bio- und Gassensoren für medizinische Anwendungen entwickeln und zur Marktreife bringen. So könnte zum Beispiel eine Lungen- oder eine Krebserkrankung nur mit der Atemluft des Patienten festgestellt werden. Heutzutage sind dafür noch umfangreiche Analysen notwendig.

Die städtische Betreibergesellschaft des Technologiezentrums TGF hat insgesamt rund 145 000 Euro investiert, um für das Unternehmen Laborräume zu schaffen. Die Ausgaben werden durch die Miete refinanziert. Das Vorhaben ist Teil eines bundesweiten Forschungsprojektes. „Die Firma passt gut zu uns. Auf den Branchenmix kommt es an“, so Karrei. Der Umbau ist nun abgeschlossen. Jetzt will das Unternehmen im Technologiezentrum loslegen.

Erfolgsfaktor II:
Guter Mix aus Wirtschaft und Kunst

Seit dem Frühjahr arbeitet Karrei an einer Lösung für die Kunstgalerie im Erdgeschoss. Sie war Ende 2016 eröffnet worden. Dass Karreis Vorgänger, Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz, den Raum kostenlos zur Verfügung stellte, sorgte für Ärger im Rathaus und Stadtrat. Karrei, der seit Jahresanfang Chef des Technologiezentrums ist, wollte das ändern. „Es muss wirtschaftlich sein.“ Frühestens im November, spätestens in der Adventszeit soll es für die Galerie einen Neustart unter anderen Vorzeichen geben. Karrei hat in den vergangenen Monaten mit etlichen Unternehmen gesprochen. Rund zehn von ihnen geben nun Geld für den Fortbestand der Galerie. Das heißt: Betrieben wird der Kunstraum künftig vom bereits bestehenden Freitaler Soziokultur-Verein. Der Verein bekommt das Geld für die Miete von den Firmen und stellt den Raum Künstlern zur Verfügung. „Das ist eine saubere Lösung“, sagt Karrei.

Erfolgsfaktor III:
Neue Mitarbeiterin knüpft Netzwerke

Je mehr Mieter in das Technologiezentrum einziehen, desto mehr Arbeit fällt in der Verwaltung des Hauses an. Doch die Betreibergesellschaft war bislang personell zu dünn besetzt. Der Geschäftsführer Karrei hatte mit seiner Assistentin Simone Spanner nur eine Mitarbeiterin an der Seite. „Das reicht nur, um das Nötigste zu machen“, sagt Karrei. „Alles, was darüber hinausgeht, schaffen wir nicht.“

Er nennt zum Beispiel die Akquise von neuen Unternehmen. Das Technologiezentrum muss ständig auf Messen oder anderen Veranstaltungen präsent sein, um sich bei potenziellen Interessenten bekannt zu machen. Denn Fakt ist: Auch wenn das Haus derzeit fast voll vermietet ist, kann sich das schnell wieder ändern. Das Technologiezentrum soll jungen Unternehmen dabei helfen, zu wachsen. Die Mietverträge laufen maximal acht Jahre.

Mit Ariane Immen gibt es nun seit Anfang August eine Projektmanagerin im Team der Betreibergesellschaft. Sie soll sich vor allem um die Kontakte zu den Firmen kümmern.

Erfolgsfaktor IV:
Innovation bis auf den Parkplatz

Für die Betreibergesellschaft sind nicht nur die Einnahmen aus den Mieten wichtig, sondern auch alle anderen möglichen Einkünfte. Geschäftsführer Karrei legt deshalb großen Wert darauf, dass auch die Stellflächen im Parkhaus des Technologiezentrums vermietet sind und Einnahmen bringen. Derzeit seien drei Viertel der insgesamt 140 Parkplätze vergeben, sagt er. Und er plant eine Innovation, um die Stellflächen für die Unternehmen attraktiv zu machen. Noch in diesem Jahr soll der erste Parkplatz speziell für Elektroautos umgerüstet werden. Das heißt, der Nutzer kann sich den Strom gleich am Parkplatz zapfen. Insgesamt will Karrei zehn Parkplätze auf die Art und Weise umbauen. Das Interesse dafür sei da, sagt er.