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Verzögerung beim geplanten Pflegezentrum

Am Bahnhof tut sich nichts. Schuld ist die schwierige Suche nach Handwerkern.

Noch in diesem Jahr sollte im Coswiger Bahnhofsgebäude eine Tagespflege eröffnet werden. Aber daraus wird nichts.
Noch in diesem Jahr sollte im Coswiger Bahnhofsgebäude eine Tagespflege eröffnet werden. Aber daraus wird nichts. © Arvid Müller

Coswig. So schnell wie möglich sollte die neue Tagespflege im Bahnhofsgebäude von Coswig eröffnen. Noch in diesem Jahr, hieß es im Frühjahr von den Eigentümern des Klinkerbaus. Doch in den vergangenen Monaten hat sich an dem Haus nichts getan.

Der Bauantrag sei eingereicht, sagt Hilmar Ganzert, Leiter Konzepte/Vermarktung der Aedificia, der der Bahnhof seit 2015 gehört. „Wir sind in Verhandlung mit Generalunternehmern. Wenn das abgeschlossen ist, fangen wir an.“

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Aber genau das ist das Problem: Bisher hat sich kein passendes Bauunternehmen gefunden. „Es gibt kaum welche, die das Projekt in einem überschaubaren Zeitraum realisieren können. Die haben alle zu viel zu tun“, so Ganzert. Dass Aedificia selbst einzelne Firmen beauftragt, gehe nicht. Das solle ein Generalunternehmer übernehmen. Und nicht zuletzt muss auch der Preis passen. Der sei jedoch in dieser Branche nicht unerheblich gestiegen. Es tue ihm auch leid, dass das so lange dauert, betont Ganzert.

Die ambulante Krankenpflege Lange aus Coswig will im Bahnhof eine Tagespflege und Wohnen mit Service eröffnen. Für die Tagespflege ist das Erdgeschoss vorgesehen, einschließlich der einstigen Bahnhofshalle. Mit Zutritt über den Eingang auf der Rückseite des Gebäudes. Und weil für so manchen der Weg zu notwendigen Dienstleistungen von daheim zu beschwerlich ist, soll die Tagespflege auch Maniküre, Pediküre und Friseur anbieten – speziell für ihre Besucher.

So sieht es derzeit noch im Inneren des Bahnhofsgebäudes aus. 
So sieht es derzeit noch im Inneren des Bahnhofsgebäudes aus.  © Norbert Millauer

Für die Tagespflegegäste – mit 15 soll es losgehen, bis 25 können es mal werden – werde es neben den Räumen im Erdgeschoss noch einen ganz besonderen Aufenthaltsort geben. Sie können den Anblick ihrer Stadt nämlich auch etwas erhöht genießen, von der Dachterrasse aus, die auf der Bahnhofshalle geplant ist.

Wobei es im Bahnhof künftig nicht nur um die Bedürfnisse der Menschen geht, die über den Tag Zuwendung und Kontakt suchen. Nicht umsonst heißt die neue Einrichtung Pflegezentrum. In beiden Kopfbauten des Bahnhofs entstehen Appartements – jeweils drei auf einer Seite, per Aufzug erreichbar.

Insgesamt sind für das Pflegezentrum etwa 800 Quadratmeter auszubauen. Der Eigentümer will rund eine Million Euro investieren. Nach der Tagespflege sollen die Appartements fertig werden, dann die Senioren-WG, die im kleinen Haus östlich vom großen Bahnhofsgebäude geplant ist.

Der Bahnhof wurde im Jahr 2000 schon mal saniert, durch die Deutsche Bahn. Die Mieter zogen aus den Wohnungen in den Kopfbauten aus – einst Dienstwohnungen für den Bahnhofsvorsteher und seine Mitarbeiter.

Dass mit dem neuerlichen Ausbau noch mehr verschwindet, muss niemand befürchten. Der DB-Shop mit Fahrkartenverkauf und Imbiss ist auch weiterhin zu erreichen, sagt Hilmar Ganzert. Das sei bis 2027 vertraglich gesichert.

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