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Vettel mag die Formel 1 nur, wenn sie laut ist

Ferrari fordert stärkere Motoren und spricht dem vierfachen Weltmeister damit aus der Seele.

© dpa

Von Thomas Weitekamp

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Es dürften anstrengende Tage werden für Sebastian Vettel. Bereits in einer Woche startet sein Abenteuer bei Ferrari mit den ersten Testfahrten der Saison. Eine neue Sprache, ein neues Auto, der SF15-T, und neue Angestellte warten auf den vierfachen Weltmeister. Rückschläge bleiben nicht aus. Eventuell hilft da ein gemeinsamer Feind: Ihre Abneigung gegen die moderne Formel 1 vereint den Deutschen und die Italiener schon seit Monaten. Die Scuderia legt jetzt noch einmal nach.

„Eine Evolution genügt nicht“, sagt der neue Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene mit Blick auf die leisen, verbrauchsarmen Motoren. „Wir benötigen eine Revolution mit Neuheiten: höhere Geschwindigkeit, mehr Kraft.“ Er möchte „Boliden sehen, mit denen wir die Fans gewinnen können, Fahrzeuge, die eine Lautstärke produzieren, die Gänsehaut verursacht – wie bei einer Heavy-Metal-Band“.

Das sind Ansprüche, die beinahe wortgleich sind mit Vettels Aussagen der vergangenen zwölf Monate. Er führt seit einem Jahr das Wort bei der Kritik an den Turbo-Hybrid-Motoren, die seit 2014 die Wagen antreiben. Der Hesse wählte Begriffe wie Rasierapparat oder Staubsauger. Bei den Italienern fühlt er sich verstanden.

Dem Heppenheimer ging es dabei immer um den Faktor Spaß und Spektakel. Auch Arrivabene begründet die Forderungen nun besonders mit seiner Sorge um die Attraktivität der Rennserie. Die Einschaltquoten sinken. Auch an den Strecken schwindet das Interesse der Zuschauer.

Er will daher die Öffentlichkeit einbinden, wenn es darum geht, die Formel 1 neu zu erfinden. „Ich weiß, dass es kein gewöhnlicher Ansatz ist, aber eine weltweite Umfrage über Fernsehen und Internet würde uns zeigen, was die Leute wollen.“ Man erkennt den langjährigen PR-Manager: „Unser Sport ist Unterhaltung. Da sollte die Nachfrage das Angebot bestimmen.“

All das sind sinnvolle, wichtige Vorschläge für die Rennserie. Dennoch steckt hinter seinem Vorstoß auch Eigennutz. Kein Hersteller hat den Start in die neue Motoren-Ära derart verschlafen wie die Scuderia. Es ist eine bittere Wahrheit für Maranello: Ferrari hat den schlechtesten Motor gebaut. Den Rückstand auf Mercedes und Renault aufzuholen, wird in den nächsten Jahren ein schwieriges Unterfangen. Das weiß das Fahrerlager. Diese Herausforderung sucht Vettel aber. Wie Michael Schumacher will er die Marke wieder zum erfolgreichen Rennstall machen. (sid)

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