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Vetters hat den besten jungen Drucker

Das Lernen in der Schule war nicht sein Ding. Erst als Lehrling hat Patrick Warnasch mit seinen Leistungen überzeugt.

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Von Sarah Naumann

Patrick Warnasch versteht etwas von seinem Handwerk. Das hat er nun sogar schriftlich. Denn Warnasch hat beim bundesweiten Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks im Beruf Drucker den Sieg davongetragen. Der 21-Jährige, der bei der Druckerei Vetters GmbH & Co. KG in Radeburg gelernt hat, konnte sich gegen Mitbewerber aus dem gesamten Bundesgebiet durchsetzen. Im Vorfeld hatte er schon auf der Landesebene gesiegt und sich so für den Bundeswettbewerb qualifiziert.

Der 21-Jährige besuchte zunächst das Weißeritzgymnasium in Freital. In der 11. Klasse brach er dann aber die Schule ohne Abitur ab. „Ich hätte das Jahr auch wiederholen können, doch ich wollte lieber etwas anderes machen“, erklärt er. Ein guter Freund schlug ihm vor, ein Praktikum zu machen – bei der Druckerei Vetters hatte er schließlich Erfolg. „Ich hatte zwei Probearbeitstage und es hat mir Spaß gemacht“, sagt er.

Seine Bewerbung wurde angenommen und Patrick begann seine Ausbildung, während er die Berufsschule für Bau und Technik Dresden besuchte. „Ich finde es gut, dass ich bei meiner Arbeit technisch gefordert werde“, sagt er. Außerdem habe man gute Zukunftschancen innerhalb der Firma.

Mit seiner Gesellenarbeit – einer achtseitigen, vierfarbigen, gefalzten und geleimten Broschüre für die Einzelhandelskette Mäc Geiz, konnte er schon mal überzeugen. Auch die Theorie meisterte er sehr gut. Für seine Leistung bekam er jüngst eine vom Bundespräsidenten Joachim Gauck unterschriebene Urkunde. Außerdem gab es einen digitalen Bilderrahmen als Prämie für den Sieger. Viel wichtiger ist allerdings, dass der er eine Begabtenförderung über 6 000 Euro beantragen kann, die er über drei Jahre verteilt erhält. Damit möchte er einen Teil seiner Meisterlehre finanzieren. „Das läuft aber erstmal an“, sagt er. In seiner Freizeit hat es Warnasch ebenfalls die Technik angetan – doch in einem ganz anderen Segment. Da schraubt er leidenschaftlich gern an seinem Auto herum. Die Schrauberlust aber soll Hobby bleiben – das Druckerhandwerk füllt ihn beruflich aus und hier will er weiter wachsen.

Das kann er bei der Druckerei in Radeburg sicher gut. Denn einerseits herrscht auch in dem Handwerk ein Mangel an gutem und geeigneten Nachwuchs. Für die Lehrstellen werden, im Gegensatz zu früher, nur noch schwer Interessenten gefunden. Bei Vetters ist man daher besonders stolz auf den Erfolg des Freitalers. Für das Familienunternehmen ist es zugleich ein gutes Aushängeschild – seit Jahren ist es als „Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb“ durch die Handwerkskammer Dresden zertifiziert.

Seit 1993 produziert Vetters im Radeburger Gewerbegebiet. Und seither gibt es in der Entwicklung der Druckerei keinen Stillstand. Die Prognosen sind auch derzeit positiv. Ständig wird in neue Maschinen, Technologien und die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert – nach Firmenangaben zählt das Unternehmen in Deutschland zu den innovativsten Druckunternehmen für Rollen- und Bogenoffset sowie Mailingtechnologie. Hergestellt werden Firmenbroschüren, Prospekte, Magazine und Zeitschriften, Faltblätter, Mappen und Kalender. Die Druckerei hat etwa 100 Mitarbeiter.