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Kommt das rollende Klassenzimmer?

Mit dieser Idee für entlegene Ecken auf dem Lande hat die Volkshochschule einen Preis gewonnen. Nur an der Umsetzung hapert es vor allem in einem Punkt.

So ähnlich wie in der rollenden Bibliothek des Landkreises (hier ein Archivbild) soll es im VHS-Mobil viel Platz für Kurse geben.
So ähnlich wie in der rollenden Bibliothek des Landkreises (hier ein Archivbild) soll es im VHS-Mobil viel Platz für Kurse geben. © Steffen Gerhardt/ Archiv

Jubel, Freude, ein bisschen Stolz - und einen Preis. Die Mitarbeiter der Volkshochschule Dreiländereck hatten Ende 2019 guten Grund, um sich auf die Schultern zu klopfen: Mit ihrer Idee des fahrbaren Volkshochschul-Mobils hat die Einrichtung den Innovationspreis Weiterbildung Sachsen in der Sonderkategorie "Stadt.Land.Demokratie" gewonnen.

"Unsere Idee war, in einem Bus eine rollende Volkshochschule anzubieten, wo wir direkt vor Ort Kurse anbieten können", skizziert VHS-Chef Matthias Weber die ausgezeichnete Idee, für die es 15.000 Euro Preisgeld gegeben hat.

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Doch einige Monate später ist die Euphorie ein bisschen verflogen: "Wir haben uns daraufhin bei zwei Förderprogrammen beworben, um diese Idee auch umzusetzen", sagt der VHS-Chef. Die erste Absage flatterte nun ins Haus. In die noch ausstehende wird nun alle Hoffnung gesetzt. Und wenn auch hier eine Absage kommt: "Dann dauert es eben länger und wir müssen andere Wege suchen", sagt Matthias Weber.

Ein kleiner Bus so ähnlich wie die Fahrbibliothek des Landkreises Görlitz schwebt der Volkshochschule als rollendes Klassenzimmer vor.
Ein kleiner Bus so ähnlich wie die Fahrbibliothek des Landkreises Görlitz schwebt der Volkshochschule als rollendes Klassenzimmer vor. © Gabriele Kontek

Noch hofft er aber, dass das nicht nötig sein wird und er schon recht bald in das VHS-Mobil zum Kurs einladen kann. Das Gefährt soll in etwa der Fahrbibliothek des Landkreises gleichen. In der rollenden Bücherei können sich die Leser ja auch direkt aufhalten wie in einem Zimmer. So ist es auch beim VHS-Bus gedacht: Vom Sprach- bis zum Kunstkurs können Teilnehmer im Bus oder im Sommer auch im Freien auf diese Weise unterrichtet werden. "Wir können auch kleine Orte erreichen, wo wir keinen Standort haben und die Wege weit sind", wirbt Weber für die Idee.

Denn die Mobilität ist genau das Problem in der Region - gerade auch für die Volkshochschule. Häufiger erreichen Kursangebote nicht mehr die nötige Teilnehmerzahl und müssen ausfallen. Wenn die Volkshochschule hingegen direkt vor Ort sein könnte, würden sich vielleicht neue Chancen ergeben und ließen sich neue Teilnehmer begeistern.

Dass die 15.000 Euro Preisgeld in dieses Mobil fließen sollen, ist dabei selbstverständlich, betont der VHS-Chef. Allerdings reicht das Geld bei Weitem nicht aus, um so ein Spezialgefährt kaufen und einrichten zu können. Eine genaue Summe kann Weber zwar derzeit nicht nennen. Aber ohne Fördergelder oder einen Sponsor wird die Idee wohl noch lange eine Idee bleiben.

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