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Videodokumentation über Tormersdorf entsteht

Ein Projekt mit Jugendlichen beleuchtet die Geschichte des Ortes nahe Rothenburg. Stoff für Geschichten gibt es reichlich – und auch Geld vom Freistaat.

Von Katja Schlenker

Rothenburg/Tormersdorf. Von April bis Oktober werden bis zu acht Jugendliche die Chance bekommen, an einem besonderen Projekt im Rothenburger Mehrgenerationenhaus teilzunehmen. Wie die Organisatoren mitteilen, soll in dieser Zeit mithilfe der Akteure vor Ort eine Videodokumentation über Tormersdorf erstellt werden. Der Ort hat bis zum Zweiten Weltkrieg unweit von Rothenburg gelegen, auf der gegenüberliegenden Seite der Neiße. Heute sind noch Ruinen vom verlassenen Ort zu erkennen. Ein Gedenkstein steht beim Rothenburger Martinshof – mitsamt Gästebuch. Das ist, wie auch die Gedenkplatte, 2013 geklaut worden. Aber auch ohne solche Taten bewegt die Geschichte des Ortes. Das sieht auch der Freistaat so. Das Projekt findet im Rahmen der Ausschreibung „Spurensuche 2016“ des Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz statt. Unter dem Motto „Auf den Spuren vergangener Zeiten“ soll die Geschichte des Ortes thematisiert werden.

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Mit Actioncams und Fotoapparaten ausgestattet, werden die Jugendlichen die Umgebung des Ortes erkunden. Wer teilnehmen möchte, kann sich bis zum 5. Februar beim Mehrgenerationenhaus des Martinshof Rothenburg Diakoniewerk melden. Die Teilnehmer sollten zwischen zwölf und 18 Jahre alt sein.

Das Diakoniewerk ist aus der Brüderschaft „Zoar“ heraus entstanden. Diese ist 1898 in Rothenburg gegründet worden – an der Stelle, wo heute der Martinshof seiner Arbeit nachgeht. Die Brüderschaft hat seit 1904 auch Grundstücke in der Region erworben. Darunter Flächen in Tormersdorf. Dort sind unter anderem geistliche Gemeindehelfer und Krankenpfleger ausgebildet sowie Alte, Kranke und Menschen mit psychischen Behinderungen gepflegt worden. 1925 hat die Gemeinschaft zudem ein Bauernhaus in Tormersdorf erworben. Dort haben Diakone im Ruhestand ihren Lebensabend verbringen können.

1941 ist die Gemeinschaft „Zoar“ auf Druck der Nationalsozialisten umbenannt worden. Der Begriff stammt aus der Bibel und bedeutet Zufluchtsstätte. Nach biblischer Überlieferung hat Lot, der Neffe Abrahams, Zuflucht in der Stadt Zoar erhalten – einer antiken Siedlung an der Ostküste des Toten Meeres. Der neue Name Martinshof erinnert an die Stifterfamilie von Martin, durch die 1885 ein Siechenhaus in Rothenburg errichtet werden konnte.

Kontakt: Mehrgenerationenhaus Rothenburg – Ansprechpartner: Daniel Vetterlein – 0358917237 oder [email protected]rg.de