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Videodreh für die Charts

Wenn die Liebe bis zum Himmel reicht, braucht es nur noch die richtige Kulisse für den Song.

Johannes dreht eine Einstellung mit Daniela Alfinito in der Tiger Moth. Im Januar 2020 soll das Video dann die Charts stürmen.
Johannes dreht eine Einstellung mit Daniela Alfinito in der Tiger Moth. Im Januar 2020 soll das Video dann die Charts stürmen. © Birgit Ulbricht

Großenhain. „Weißt Du, was der Karl-Heinz sagen wird?“ Aufnahmeleiter Johannes überlegt nur kurz, da antwortet ihm Daniela Alfinito bereits. „Er wird sagen, die Daniela bekommt mal wieder das bessere Video.“ 

Karl-Heinz ist Karl-Heinz Ulrich von den Amigos – Onkel von Daniela Alfinito, die gerade ein Video für ihr neuestes Lied „Passagiere der Liebe“ auf dem Großenhainer Flugplatz dreht. Der Mann hinter der Kamera lacht kurz und konzentriert sich auf den nächsten Schwenk an der Tiger Moth. Mit ihrem tiefen Blau ist das historische Flugzeug im Fliegenden Museum Großenhain schon ein echter Hingucker. Anfang 2020 wird sie deutschlandweit im neuen Musikvideo der Sängerin zu sehen sein. 

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Der Titel des zehnten Albums steht noch nicht ganz fest, aber mit ihrem Letzten hat sie immerhin Udo Lindenberg von Platz eins der Charts verdrängt. Am 17. Januar soll das Album herauskommen, da hätte ihr Opa Geburtstag.

Mutter begleitet ihre Tochter

Mutter Heide seufzt, sie begleitet ihre Tochter zu ersten Mal zu solch einem Videodreh und findet die Tour ganz schön anstrengend. Mit 67 quer durch die Lande zu reisen, ist nicht nur Unterhaltung. Erst nach 18 Uhr sind Mutter und Tochter mit Johannes, Janine und Tom von taf-Film auf dem Flugplatz angekommen.

Der vorherige Dreh in einem alten Kraftwerk hat länger gedauert. In Großenhain wollen sie nur einen Song untermalen. „Passagiere der Liebe“. Das Lied ruft förmlich nach einem schönen alten Flieger und Abendstimmung. Dem Einzigen, dem das alles nicht passt, ist Dobermann Falcon. 

Der fünfjährige Rüde aus einem slowenischen Tierheim jault. Das ist ihm alles zu viel Trubel, mit Kameras, Beleuchtung und einem Frauchen, zu dem er jetzt partout nicht hindarf. Die beiden Auftritte in Österreich wird er mit Mutter Heide draußen irgendwo spazieren gehen. Konzerte sind halt nichts für Hundeohren. Ansonsten liebt Daniela Alfinito ihren Falcon über alles. Er ist ihr Beschützer, sagt sie stolz und umarmt spontan ihre Mutter. Man merkt ihr an, ihr vertrautes Umfeld ist ihr wichtig. 

Ehemann Domenico kann leider nicht ständig mitreisen. Er arbeitet im Baugewerbe. Auch für die 48-jährige Sängerin ist es nach ihrem großen Charterfolg zuweilen aufreibend, ihre Konzerte und Drehs mit ihrem wirklichen Job in Einklang zu bringen. Die Frau mit dem blonden Wuschelkopf und den Sternenranken-Tattoos kümmert sich um alte Menschen. Sie ist Altenpflegerin, seit sie mit 14 einmal ein Praktikum in einem Heim gemacht hat. Aber sie singt auch von Kindesbeinen an.

Zwei Auftritte in Österreich

Mit sieben stand sie zum ersten Mal auf der Bühne. Seit 2000 tritt Daniela mit Vater Bernd Ulrich und Onkel Karl-Heinz Ulrich auf – den Amigos. Im Jahr 2003 halfen sie ihr bei ihrem ersten Soloalbum. Erfolgreiche Songs wie „Geh dorthin, wo der Teufel wohnt“ und „Dann zieh ich meine Blue Jeans an“ stammen aus ihrer Feder.

Die Crew hat ihre Bildeinstellungen inzwischen im Kasten. Es wird langsam dunkel. Letzte Fotos entstehen noch zu Hause im mittelhessischen Villingen. Doch morgen geht es erst einmal zu zwei Auftritten nach Österreich, und heute müssen alle noch nach Lübben, wo sie übernachten. Ein Schlagerleben ist eben doch anstrengend.

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