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Viel Arbeit in Bischofswerdas Urologie – und zu wenig Personal

Eine Krankenschwester oder Arzthelferin könnte sofort anfangen. Sie sollte aber viel Stress gut wegstecken können.

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Von Gabriele Naß

Bischofswerda hat eine der wenigen Urologie-Praxen in der Region. Die nächsten niedergelassenen Ärzte dieses Fachgebietes praktizieren in Bautzen, Görlitz, Kamenz und Löbau. Dr. med. Wilfried Hantzsch, der seit 1986 in Bischofswerda arbeitet, hat dadurch ein Riesen-Einzugsgebiet. Sein Praxisteam muss gut funktionieren, wenn die Patienten zeitnah einen Termin bekommen und nicht eine Ewigkeit im Wartezimmer sitzen sollen. Und das schafft es auch. Im Normalfall.

Im Moment fehlt es in der Praxis an Personal. Es könnte sich sofort jemand bewerben und anfangen, sagt Dr.Hantzsch im SZ-Gespräch. Wohl wissend, dass das System zwischen Schwestern und Arzt während der Sprechstunden nicht funktioniert, wie es muss, wenn Stellen lange unbesetzt bleiben.

Viel Arbeit auf einmal

Die Arbeit an der Seite von Dr. Hantzsch ist anspruchsvoll. Der Arzt hat Labor und Röntgen integriert was dem Personal fachlich viel abverlangt. Etwa beim Ansetzen des Urinkatheders. Die Schwester hat dann ihre Arbeit gut gemacht, wenn sie schon fertig ist, bevor der Patient zu Ende gedacht hat, was jetzt gleich passiert. Die Assistentin des Arztes während der Sprechstunde darf die Übersicht nicht verlieren und sie geht weite Wege. Durch die Aufteilung der Praxis über zwei Etagen muss sie gut zu Fuß sein. An der Rezeption dagegen gilt es, Nerven zu bewahren: um Aufnahme wartende Patienten, nicht abreißende Anfragen am Telefon, fragende Kolleginnen. Das alles und mehr passiert immer während Termine vergeben und Überweisungen ausgestellt werden müssen oder Terminabsprachen für Patienten mit Ärzten anderer Fachgebiete notwendig sind. „Arzthelferinnen oder Schwestern, die bei uns arbeiten, müssen nicht auf Urologie spezialisiert sein. Aber sie sollen medizinischen Sachverstand mitbringen und bereit sein, noch etwas dazuzulernen, besonders im Bereich Labor. Vor allem aber muss man für die Arbeit bei uns stressresistent sein“, sagt der Arzt.

Dr. Wilfried Hantzsch hatte sich zuerst in der DDR-Poliklinik an der Kamenzer Straße in Bischofswerda niedergelassen und seine jetzige Praxis am Hof im eigenen Haus 1993 bezogen.

Wer anfangen möchte: 03594 704427