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Viel Aufmerksamkeit für kleine Investition

Brandenburg investiert 80.000 Euro. Doch nicht irgendwo, sondern direkt an der Nahtstelle zu Sachsen.

Staatssekretär Frank Pfeil (links) für Sachsen und Ministerpräsident Dietmar Woidke für Brandenburg zerschnitten gemeinsam das Band für die Steganlage am Koschener Kanal.
Staatssekretär Frank Pfeil (links) für Sachsen und Ministerpräsident Dietmar Woidke für Brandenburg zerschnitten gemeinsam das Band für die Steganlage am Koschener Kanal. © Foto: Uwe Schulz

Senftenberg. Die neue Steganlage im Koschener Kanal hat ihre erste Belastungsprobe schon weg. Während oben auf der Böschung Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ein paar feierliche Worte zur Einweihung sprach, hatte ein Freizeitkapitän arge Mühe, sein geliehenes Wasserfahrzeug, eines der Sorte, die man ohne Bootsführerschein steuern darf, irgendwie vor der Schleuse zum Stehen zu bringen. Also rammte er mehr als einmal die neue Anlage. Aber die hielt stand. Und so soll es auch sein.

Vor sieben Jahren wurde der Koschener Kanal als erster schiffbarer Überleiter des Lausitzer Seenlandes in Betrieb genommen. Mit dem Boot kann man seitdem von Sachsen nach Brandenburg (und umgekehrt) fahren und dabei nicht nur eine Straße, die B 96, sondern auch noch einen Fluss, die Schwarze Elster, unterqueren. Seit einigen Jahren verkehrt mit der AquaPhönix auch ein Fahrgastschiff vom Senftenberger zum Geierswalder See. Die Zahl der Bootspassagen nimmt immer weiter zu. 2014 waren es rund 5.200 Boote, wusste Norbert Noack, Leiter Tourismus beim Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen, zu berichten. Im Jahr 2019 waren es dann schon 7.235 Boote. Die bislang meisten Schleusungen gab es am 8. Juni 2014 – 241 Boote bei 52 Schleusungen. Die Schleusung ist ein Erlebnis. Immerhin ist es die bislang einzige in Betrieb befindliche Schleuse der Seenkette. Vom Wasser aus sieht man, dass es hier Gastronomie gibt. Es sind auch öffentliche Toiletten vorhanden. Nur konnte man mit seinem Boot bislang nicht wirklich anlegen. Daher wurde jetzt binnen eines Jahres für rund 80.000 Euro eine 33 Meter lange und zwei Meter breite Schwimmsteganlage mit drei „Fingern“ zum Anlegen gebaut. Bis zu zehn Boote können hier zeitgleich festmachen. Verwendet wurde vor allem witterungsbeständiger Kunststoff. Von Holz als Beplankung rückt man bei solchen Bauten beim Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg langsam ab – der Unterhaltungsaufwand für die Seebrücke im Stadthafen Senftenberg ist bedeutend größer als ursprünglich erwartet.

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Das Motorboot einer vierköpfigen Senftenberger Familie, das vor wenigen Tagen als 50.000 Wasserfahrzeug in der Schleuse im Koschener Kanal geschleust worden war, legte schließlich am Steg an. Die Familie erhielt ein paar Aufmerksamkeiten vom Ministerpräsidenten. Und es ist schon mehr als eine Geste, wenn eine solche vergleichsweise bescheidene Investition auf beiden Länderseiten politische Aufmerksamkeit erregt. Woidke war für Brandenburg da, Staatssekretär Frank Pfeil für Sachsen – Ministerpräsident Michael Kretschmer ist im Urlaub. Man hat wegen des Seenlandes und des Strukturwandels wirklich viel miteinander zu tun. Eine einheitliche Schifffahrtsverordnung wünscht man sich beispielsweise vor Ort von beiden landesregierungen. Denn so eine Landesgrenze im Seenland und unterschiedliche Vorgaben – die kann man hier mit dem weiten Blick übers Wasser keinem nachvollziehbar erklären.

Eine Senftenberger Familie legte als Erste an – ihr Boot war vor wenigen Tagen das 50. gewesen, das seit Kanaleröffnung 2013 hier geschleust wurde.
Eine Senftenberger Familie legte als Erste an – ihr Boot war vor wenigen Tagen das 50. gewesen, das seit Kanaleröffnung 2013 hier geschleust wurde. © Foto: Uwe Schulz

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