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Viel gebaut und trotzdem keine Schulden

Häuser saniert, Straßen gebaut, Fabriken abgerissen – seit 1989 hat sich in der Region viel verändert. Heute: Leutersdorf

Von Holger Gutte

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Wenn die Ferne ruft

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Die Gemeinde Leutersdorf gehört 25 Jahre nach der Wende zu den Ausnahmeorten im Landkreis Görlitz. Leutersdorf ist immer noch schuldenfrei. Und dabei ist auch hier fleißig gebaut, und einiges davon sogar ohne Fördermittel geschaffen worden. Dazu gehört beispielsweise die 2004 gebaute Kinderkrippe mit 28 Plätzen im Ortsteil Leutersdorf. Die Einrichtung befindet sich heute auf dem Gelände des ehemaligen Schulgartens, wo einst das alte Gewächshaus stand.

Im Ortsteil Leutersdorf gab es zu DDR-Zeiten sogar ein Kino (kleines Bild). Nach der Wende wurde es allerdings geschlossen. Das Haus verfiel zusehends. Eswurde schließlich zum Bedauern einiger Einwohner abgerissen. Nun befinden sich zwei Sechs-Familienhäu
Nach der Insolvenz von Lautex gab es nach der Wende zunächst ein großes Fragezeichen darum, wie der große Industriestandort in Leutersdorf künftig genutzt werden könnte. Jetzt befindet sich hier mit Werder-Bedachungen ein renommiertes Unternehmen, das deu
So sah die „Streubelscheune“ einst in der Poststraße im Ortsteil Spitzkunnersdorf aus. Nach dem Abriss des Gebäudes ist auf der Fläche ein Wanderparkplatz angelegt worden. Es ist einer von insgesamt drei Wanderparkplätzen in der Gemeinde. Fotos: Matthias
Den Leutersdorfer Schulgarten mit dem alten Gewächshaus darin gibt es längst nicht mehr. Im Jahr 2004 hat die Gemeinde hier an dieser Stelle eine Kinderkrippe für den Ort gebaut. 28Krippenkinder können seither in der Einrichtung betreut werden. Und die Kr
Die ehemalige Mittelschule in Leutersdorf (kl. Bild) ist 2005 abgerissen worden. Jetzt steht hier auf dem Grundstück die Grundschule der Gemeinde. Insgesamt 119 Grundschüler lernen hier derzeit. Und für das neue Schuljahr haben sich bereits wieder 27ABC-S
Nach der Insolvenz von Lautex gab es nach der Wende zunächst ein großes Fragezeichen darum, wie der große Industriestandort in Leutersdorf künftig genutzt werden könnte. Jetzt befindet sich hier mit Werder-Bedachungen ein renommiertes Unternehmen, das deu
So sah die „Streubelscheune“ einst in der Poststraße im Ortsteil Spitzkunnersdorf aus. Nach dem Abriss des Gebäudes ist auf der Fläche ein Wanderparkplatz angelegt worden. Es ist einer von insgesamt drei Wanderparkplätzen in der Gemeinde. Fotos: Matthias
Den Leutersdorfer Schulgarten mit dem alten Gewächshaus darin gibt es längst nicht mehr. Im Jahr 2004 hat die Gemeinde hier an dieser Stelle eine Kinderkrippe für den Ort gebaut. 28Krippenkinder können seither in der Einrichtung betreut werden. Und die Kr
Die ehemalige Mittelschule in Leutersdorf (kl. Bild) ist 2005 abgerissen worden. Jetzt steht hier auf dem Grundstück die Grundschule der Gemeinde. Insgesamt 119 Grundschüler lernen hier derzeit. Und für das neue Schuljahr haben sich bereits wieder 27ABC-S

Auch das Altenpflegeheim, das der ASB betreibt, ist von der Gemeinde ohne Fördermittel errichtet worden. 48 Senioren werden hier betreut. Sogar beim Bau der neuen Grundschule im Ort hat Leutersdorf auf Fördermittel verzichtet. 2005 ist für den Schulneubau die 1964 gebaute Mittelschule weggerissen worden. „Die Leute von der Notwendigkeit zu überzeugen, war nicht einfach gewesen. Aber Dach, Fenster und vor allem die Sanitäranlagen sowie noch vieles mehr waren kaputt“, schildert Bürgermeister Bruno Scholze (CDU). Schon ein Jahr später sind die Grundschüler in das neu gebaute Gebäude eingezogen. 2,1 Millionen Euro haben Abriss und Neubau sowie der Hort gekostet. Das Projekt wurde nur zu 40 Prozent gefördert. Die Gemeinde wollte auch einen Fahrstuhl einbauen, um behindertengerecht zu sein, und hat vorsorglich ein Klassenzimmer mehr gebaut, als gebraucht wurde. „Die Schule ist schön geworden“, berichtet der Bürgermeister. Hier gibt es zudem einen Sportraum und einen Speisesaal.

Wiederum ohne Fördermittel sind von der Gemeinde dann in der alten Grundschule 15 behindertengerechte Wohnungen entstanden, die bis heute alle vermietet sind.

„Wir haben vier Ärzte und vier Zahnärzte in der Gemeinde. Hinzu kommen noch eine Apotheke, eine Fußpflege und nun auch eine Physiotherapie“, nennt Bruno Scholze weitere Errungenschaften, die seinen Ort so anziehend machen. Hier gibt es zwar keine klassische Eigenheimsiedlung, dennoch sind nach der Wende 150 Einfamilienhäuser gebaut worden. Und zum Jahresende 2014 sind bereits wieder vier leere Häuser von Familien gekauft worden, die jetzt ausgebaut werden. Mit Firmen wie Cord und Velveton, CF Weber, die Kindermann GmbH und der BFB Textilkonfektionsgesellschaft GmbH gehört Leutersdorf nach wie vor zu den großen Textilstandorten Sachsens.

Bruno Scholze ist auch stolz auf die Infrastruktur, die in beiden Ortsteilen geschaffen wurde. Neben den beiden Hauptverkehrsadern sind auch fast alle anderen Straßen neu gebaut, ebenso die Fuß- und Radwege. Das Leutersdorfer und das Spitzkunnersdorfer Wasser sind wieder klar. Dazu trägt auch bei, dass alle Grundstücke und Unternehmen an das zentrale Abwassernetz angeschlossen sind. Zwei Brücken in Spitzkunnersdorf müssen lediglich noch nach den Hochwasserschäden von 2010 wieder aufgebaut werden. Ein Bummel durch die beiden Ortsteile mit den schön sanierten Häusern und gepflegten Grundstücken lohnt sich. Zwei neue Wanderparkplätze laden hier in Leutersdorf und einer in Spitzkunnersdorf zum Verweilen ein. Mit dem Bau von Regenwasserrückhaltebecken wird jetzt auch der Hochwasserschutz in der Gemeinde verbessert.

„Wir haben bereits einige Schandflecke in der Gemeinde beseitigt. Aber fünf gibt es eben immer noch. Allerdings ist es für die Gemeinde hier schwierig zu handeln, weil sie sich in Privatbesitz befinden. Aber auch hier ist sich der Bürgermeister sicher, dass sich für das Schloss, den Bahnhof und das Haus in der Webergasse 3 sowie in Spitzkunnersdorf für die ehemalige Wefa und den alten Kretscham eine Lösung finden.

Im nächsten Teil folgen am 30. Januar Oybin und Lückendorf; bisher erschienen: Zittaus Zentrum (6. Januar), Großschönau und Hainewalde (8. Januar), Ostritz (13. Januar), Olbersdorf (16. Januar), Oderwitz (20. Januar),
Mittelherwigsdorf (24. Januar)

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