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Viele Anklagen, eine Strafe

Ein Görlitzer muss für mehrere Taten 22 Monate hinter Gitter. Der Verteidiger hat in einem Fall Zweifel und geht in Berufung.

Von Jens-Rüdiger Schubert

Das Amtsgericht Görlitz hat den 32-jährigen Richard Fuchs * wegen einer Vielzahl von Straftaten zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Möglichkeit zur Bewährung sah das Gericht nicht. Fuchs war angeklagt wegen Bedrohung, Nötigung, Beleidigung, Raub, wegen Einfuhr und Besitz von Betäubungsmitteln sowie wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Richard Fuchs war weitgehend geständig. Er gab auch zu, den jetzigen Freund seiner ehemaligen Freundin damit bedroht zu haben, ihn vom Balkon zu werfen. Diese Bedrohung begründete er damit, dass er glaubte, der Neue schlage seine Ex.

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Das persönliche Umfeld, insbesondere sein Alkohol- und Drogenkonsum, hat Fuchs deutlich geprägt. In diesem Zusammenhang lieferte er auch ein Geständnis nach dem anderen. Nur auf den Vorwurf, einen Raub begangen zu haben, ließ er sich nicht ein. Den Ermittlungen nach soll Richard Fuchs am 29. Juli 2013 mit anderen im Görlitzer Stadtpark getrunken haben, unter anderem mit dem bereits aus gemeinsamer Haft bekannten Ralf Scharrer *. Es gab eine Schlägerei, weil Scharrer angeblich keine Zigaretten ausgeben wollte und einem aus der Gruppe zehn Euro schulde. Da sich das Geschehen im Trinkermilieu abspielte, war die gerichtliche Aufklärung schwierig. Einige Zeugen erschienen erst beim zweiten Verhandlungstermin. Andere bestätigten die Version von Richard Fuchs, dass es gar keine Auseinandersetzung gegeben habe. Fakt blieben erhebliche Verletzungen Scharrers. Das Gericht ging schließlich davon aus, dass Fuchs auch daran eine Aktie hatte.

Die Verteidigung dagegen geht davon aus, dass einige Zeugenaussagen den Angeklagten eher entlasten. Deshalb hat der Rechtsanwalt bereits Berufung eingelegt.

* Name von der Redaktion geändert