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Viele Spenden für ein Halleluja

Die Kirche im Ort glänzt ein Stück mehr, denn jetzt sind Orgel und Innenraum (fast) fertig. Zu tun gibt es aber weiterhin – auch in Ruppersdorf und Rennersdorf.

Von Anja Beutler

Siegrun Freund blickt zwischen Pinsel, Wand und dem Farbtopf hin und her. Die Diplom-Restauratorin aus Doberschau bei Bautzen kennt die Großhennersdorfer Kirche buchstäblich „in-wändig“. Sie ist eine von zwei Experten, die derzeit den alten Wandmarmorierungen und Farbanstrichen aus der Zeit um 1870 wieder neues Leben einhauchen: „Wir malen die Kirche nicht neu an, wir reinigen und festigen die vorhandenen Malereien und ergänzen die Fehlstellen“, erklärt Frau Freund. Das Ergebnis ist glänzend – und authentisch.

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So gut wie fertig sind die Arbeiten inzwischen. So wie auch die Orgel, die in den vergangenen Monaten gewissermaßen generalüberholt worden ist. Pfarrer Alexander Wieckowski schwärmt von dem neuen, schmucken Anblick, weiß er doch auch, welche Hilfskonstruktionen in den vergangenen Jahrzehnten den Orgelprospekt zierten, um den Schein zu wahren: „Da waren vor Jahrzehnten mal silbern angestrichene Zaunlatten angebracht worden, um Fehlstellen zu kaschieren“, sagt er. Jetzt ist alles wieder wie neu. Und auch die Einschusslöcher der russischen Soldaten von 1945 sind am Orgelprospekt nicht mehr zu sehen: „Zugemacht“, sagt Wieckowski. Aber nicht überall: Als „Zeitzeugen“ werden einige Einschusslöcher erhalten.

Dass sich die Kirche seit 2008 so herausgeputzt hat, ist nicht nur ein großer Verdienst von Kirchvorstand und Pfarrer, die beharrlich an diesen Dingen gearbeitet haben – sondern vor allem auch der Großhennersdorfer Bürger und Unternehmer. „Wir sind sehr froh, dass die Spendenbereitschaft so groß ist“, wird der Pfarrer nicht müde zu betonen. Dabei weiß er, dass sein Gotteshaus nicht nur für die bekennenden Christen wichtig ist, sondern auch für Nichtgemeindeglieder, die in der Kirche ein Stück Heimat und auch Geschichte des Dorfes sehen.

Insgesamt sind seit dem Jahr 2008 rund 130 000 Euro in die Sanierungsarbeiten geflossen, überschlägt Wieckowski rasch. Stück für Stück habe man sich vorgearbeitet: 2010 war die Apsis, 2011 der Altar an der Reihe. Ein Jahr später waren die beiden auch jetzt wieder tätigen Restauratoren mit der Decke und ihren Feinheiten beschäftigt. Zwischendurch fielen bei den Deckenarbeiten noch morsche Balken im Dachgestühl auf, die jetzt ebenfalls ersetzt werden. Und in diesem Jahr folgen nun Orgel und Innenraum der Kirche. Inklusive rund 5 000 Euro Förderung vom Denkmalschutz sind in die Orgel etwa 25 000 Euro geflossen. Und weitere 60 000 Euro sind für den Innenraum veranschlagt. Eine stolze Summe – für die noch immer eifrig Spender gesucht werden, betont der Pfarrer.

So richtig eingeweiht werden die neuen Glanzpunkte aber erst im kommenden Jahr, sagt der Pfarrer. Dann werde es unter anderem ein großes Orgelkonzert mit dem Sohn des in den 1960er Jahren hier tätigen Kantors Pöche geben. Auch ein klassisches Konzert sei 2014 schon geplant. „Das ist dann auch die beste Art, all den Spendern Danke zu sagen und zu zeigen, wie gut alles geworden ist“, betont Alexander Wieckowski. Und pflegen will er seine Spender auf alle Fälle, denn auch die Turmfassade wird in den nächsten Jahren dringend Hilfe benötigen. Aber das braucht noch ein bisschen Vorbereitung.

In Vorbereitung sind übrigens auch der neue Glockenstuhl und die neuen Glocken für die Rennersdorfer Kirche, für die Wieckowski ebenfalls zuständig ist. „Das Holz für den Glockenstuhl liegt bereits zum Trocknen“, sagt er. Hier erhält die Gemeinde unter anderem großzügige Unterstützung von Euroimmun-Chef Winfried Stöcker, dessen Heimat- und Taufkirche die Rennersdorfer ist. In den kommenden fünf Jahren soll der derzeitige Stahlglockenstuhl dann ebenso Geschichte sein wie die beiden Stahlglocken, die ersatzweise in die Kirche kamen, weil die Exemplare aus Bronze ein Kriegsopfer wurden. Bald sollen wieder drei Bronzeglocken in Rennersdorf läuten.

Voran geht es auch in Ruppersdorf: „Hier haben wir es mit Hilfe vieler Spender selbst geschafft, Heizung und Bänke zu erneuern“, freut sich der Pfarrer. Denn die rund 15 000 Euro mussten erst einmal zusammenkommen. Nun stehen die Kirchenfenster auf der Liste. Die stammten noch aus dem Ende des 19. Jahrhunderts und sollen nächstes Jahr erneuert werden – mit Hilfe fleißiger Spender, hofft der Pfarrer.