SZ +
Merken

Viele Taxiunternehmen kämpfen um ihre Existenz

Die Tarife sollen im Elbland angeglichen werden. Aber erst nach der Kreisreform. Vor allem für Riesa-Großenhainer Kunden wird es teurer.

Teilen
Folgen

Von Jürgen Müller

Steigende Preise für Sprit, Wartung und Gebühren sowie drastisch sinkende Fahrgastzahlen treiben Taxifahrer im Elbland an den Rand der Existenz. „Viele Taxifahrer haben einen Stundenlohn, der weit unterhalb des derzeit geforderten Mindestlohnes liegt“, sagt Rolf Körnig von der Radebeuler Funktaxizentrale. „Wenn das so weitergeht, werden einige Unternehmen wohl die Segel streichen müssen“, fürchtet Körnig. Allein in Dresden hätten seit 2002 134 Taxiunternehmen aufgeben müssen. Wenn die Preise weiter so niedrig bleiben, sieht er hierzulande ähnliche Verhältnisse. Deshalb hat die Funktaxizentrale Radebeul bereits im Vorjahr Preiserhöhungen beantragt. Sie fordert ein gleiches Preisniveau wie in Dresden.

Passiert ist bisher nichts

Weil Taxiunternehmen dem Öffentlichen Personennahverkehr zugeordnet werden, muss der jeweilige Kreistag über die Preise entscheiden. Passiert ist bisher noch nichts. Ebenso ist es im Landkreis Riesa-Großenhain. Hier ist die Preissituation noch dramatischer. Die Tarife sind geringer als im Landkreis Meißen, wurden das letzte Mal vor fünf Jahren leicht erhöht. „Unser Antrag auf höhere Preise ist fast ein Jahr her. Aus dem Landratsamt Riesa-Großenhain gab es bisher keine Reaktion darauf“, sagt Dietmar Brix von der Taxigenossenschaft Riesa. „Aufgehört hat zwar noch kein Unternehmen, aber viele kriechen auf dem Zahnfleisch“, sagt Brix. Viele Arbeitslose hätten mehr Geld in der Tasche als ein Taxifahrer.

Immerhin gibt es jetzt langsam Bewegung in den Ämtern. Der Entwurf einer gemeinsamen Tarifordnung liegt vor. Nach der Kreisfusion soll darüber befunden werden. Im Februar soll der Entwurf mit Taxiunternehmen aus beiden Landkreisen diskutiert werden, sagt Eberhard Franke, Pressesprecher des Landratsamtes Meißen. Diesen Termin kennt Andreas Herper, Chef der Arbeitsgemeinschaft Funktaxi Meißen, noch nicht. Ein Treffen im Landratsamt am 21. Januar sei kurzfristig abgesagt worden. Welche Tarife am Ende herauskommen, weiß Herper nicht. Er glaubt aber, dass es einen Kompromiss zwischen Riesaer-Großenhainer und Dresdner Preisen geben wird. „Für Meißner Kunden wird sich deshalb wohl nur marginal etwas ändern“, sagt er. Für Riesa-Großenhainer Fahrgäste könnte es dagegen deutlich teurer werden.

Es sei schwierig, für einen solchen Kreis einheitliche Tarife festzulegen. Dafür seien die Bedingungen zu unterschiedlich. Meißen sei Touristenstadt und habe dadurch mehr Kunden. Allerdings nicht im Winter. „Derzeit stehen sich unsere Autos die Reifen platt.“ Die Riesaer hingegen profitierten bei Krankenfahrten davon, dass es von Riesa nach Dresden eben eine doppelt so lange Strecke in die Landeshauptstadt sei wie von Meißen aus. Gleiche Preise wie in Dresden findet auch der Riesaer Dietmar Brix überzogen. „Man kann Riesa oder Großenhain doch nicht mit der Landeshauptstadt vergleichen“, sagt er. Von dem Termin im Landratsamt Meißen weiß er nichts.

Für manche wird es eng

15 bis 20 Prozent der Kundschaft haben die Taxiunternehmen im Elbland in den vergangenen drei Jahren verloren. „Viele halten sich gerade noch über Wasser“, sagt Brix. Andreas Herper fürchtet, dass vor allem diejenigen Betriebe künftig in arge Schwierigkeiten kommen, die keine oder nur sehr wenige Fahrten für Krankenkassen bekommen. „Für diejenigen, die nur vom reinen Taxigeschäft leben müssen, wird es eng.“