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Viele Wege führen zur Waldschlößchenbrücke

Mit neuen, flexiblen Wegweisern sollen Autofahrer staufrei über die Elbe kommen.

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Von Tobias Winzer

Autofahrer, die möglichst staufrei zum Ziel kommen und durch das flüssigere Fahren auch noch weniger umweltschädliche Abgase ausstoßen – das ist das Ziel der Stadt. Bereits vor zehn Jahren hat sie deshalb eine Art Anti-Stau-System gestartet, das sogenannte Verkehrs-Analyse-Management- und Optimierungs-System – abgekürzt Vamos. „Dieses wird jetzt für die Waldschlößchenbrücke erweitert“, sagt der Abteilungsleiter Verkehrssteuerung im Rathaus, Klaus Pohl. Gefördert von der Europäischen Union gibt die Stadt bis zum kommenden Jahr rund 3,5 Millionen Euro dafür aus. Die Sächsische Zeitung erklärt, aus welchen Bausteinen es besteht und wie es bei Sperrung der Waldschlößchenbrücke oder Stau funktioniert.

Eine Tafel an der Radeburger Straße zeigt, ob es sich gerade auf der Waldschlößchenbrücke staut. Fotos: Sven Ellger (3),
Eine Tafel an der Radeburger Straße zeigt, ob es sich gerade auf der Waldschlößchenbrücke staut. Fotos: Sven Ellger (3),
Flüssiger Verkehr oder Stau? Das verrät den Autofahrern eine elektronische Tafel an der Fischhausstraße.
Flüssiger Verkehr oder Stau? Das verrät den Autofahrern eine elektronische Tafel an der Fischhausstraße.
Über die Waldschlößchenbrücke sollen einmal täglich rund 40000 Autos und Laster rollen. Sollte sie einmal gesperrt sein, wird der Verkehr auf die anderen Brücken umgeleitet – mit einem bundesweit einzigartigen System. Foto: Marco Klinger
Über die Waldschlößchenbrücke sollen einmal täglich rund 40000 Autos und Laster rollen. Sollte sie einmal gesperrt sein, wird der Verkehr auf die anderen Brücken umgeleitet – mit einem bundesweit einzigartigen System. Foto: Marco Klinger © Marco Klinger

Baustein 1: Autofahrer werden

zur staufreien Brücke geleitet

Im April hat die Stadtverwaltung die erste von insgesamt vier Informationstafeln an der Radeburger Straße in Betrieb genommen. Mit dem sogenannten Elbe-Brücken-Informations-System (EBIS) bekommen sie in Echtzeit Informationen darüber, wenn es sich auf der Waldschlößchenbrücke und den anderen fünf innerstädtischen Elbbrücken staut. Stark abstrahiert zeigen die Tafeln das Straßennetz im Bereich der Elbbrücken. Zur besseren Orientierung sind die Frauenkirche und das Blaue Wunder als Symbole abgebildet. Staut es sich auf einer Brücke oder ist sie gesperrt, wird diese Verbindung rot dargestellt. Bei einer schwarzen Anzeige ist sie frei. Zurzeit denkt die Stadt noch darüber nach, wie man dichten Verkehr darstellen könnte – möglicherweise rot-schwarz gestrichelt.

Über der etwa vier mal drei Meter großen Tafel gibt es außerdem ein Textband, mit dem auf Staus und Behinderungen hingewiesen wird. Dort steht dann zum Beispiel: „Stau auf der Carolabrücke“ oder „Zähfließender Verkehr auf der Waldschlößchenbrücke“.

Die Tafeln werden am Stadtrand platziert, so dass Autofahrer rechtzeitig darauf reagieren und ausweichen können. Das Ziel: Der Verkehr soll sich gleichmäßiger auf alle Elbbrücken verteilen und damit insgesamt flüssiger werden. Noch in diesem Jahr wird eine weitere Tafel stadteinwärts an der Königsbrücker Straße auf Höhe der Kleingartenanlage Hellersiedlung aufgestellt. Im kommenden Jahr folgen Schilder stadteinwärts an der Bautzner Landstraße auf Höhe des Ullersdorfer Platzes und an der Stübelallee kurz vor dem Abzweig Fetscherstraße. 250 000 Euro gibt die Stadt pro Tafel aus. Wirklich helfen wird die Anzeige aber vor allem Ortskundigen. Denn wie man den angezeigten Stau am sinnvollsten umfährt, müssen die Autofahrer selbst wissen.

Baustein 2: Flexible Wegweiser

zeigen Umleitungen an

Hier setzen die sogenannten dynamischen Wegweiser an. Sie sehen wie normale gelbe Hinweisschilder aus, einzelne Felder können jedoch umgeklappt werden. Falls die Waldschlößchenbrücke einmal gesperrt oder im Feierabendverkehr überlastet sein sollte, werden diese Informationen automatisch an die Verkehrsleitzentrale gesendet. Vamos schaltet dann automatisch auf Alternativrouten, die mit den dynamischen Wegweisern angezeigt werden können. Von 2003 bis 2007 hat die Stadt bereits den Dresdner Süden und Westen mit solchen von der Verkehrsleitzentrale steuerbaren Wegweisern ausgerüstet. Sie stehen an der Dohnaer Straße, an der Bergstraße, am Emerich-Ambros-Ufer und an der Flügelwegbrücke.

Erst im Mai dieses Jahres ist eine neue Tafel an der Ecke Königsbrücker Straße/Stauffenbergallee hinzugekommen. Sollten die Waldschlößchenbrücke oder die Tunnel davor gesperrt sein, könnten Autofahrer von Klotzsche kommend statt nach links über die Stauffenbergallee geradeaus Richtung Carolabrücke geleitet werden. Ähnliche Funktionen haben zwei weitere dynamische Wegweiser, die die Stadt aufstellen will: Mit dem Ende der Sanierung der Fetscherstraße im Herbst soll es eine solche Tafel am Fetscherplatz geben. Ein weiterer Wegweiser soll noch im Herbst am Straßburger Platz errichtet werden.

Baustein 3: Tafeln informieren

über Staus und Sperrungen

Auf den sogenannten Informationstafeln kann die Stadt auf Veranstaltungen hinweisen, über den Verkehrsfluss in Richtung Innenstadt informieren oder sogar bestimmte Umleitungen empfehlen – wie zuletzt beim Juni-Hochwasser in Laubegast geschehen. Auch eine kurzzeitige Sperrung der Waldschlößchenbrücke könnte dort angezeigt werden. Elf solche Tafeln an den großen Einfallstraßen wie der Dohnaer Straße, der Wehlener Straße, der Leipziger Straße oder der Hansastraße gibt es bereits. Zuletzt wurde eine an der Radeberger Straße installiert.

Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere an der St. Petersburger Straße hinzukommen. Anders als die bisher aufgestellten Tafeln will die Stadt hier vor allem darüber informieren, wie Autofahrer am schnellsten aus der Stadt herauskommen.