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Zahnzusatzversicherungen sind oft „sehr gut“

Die Stiftung Warentest hat 249 Tarife geprüft – und sagt, für wen sie sich lohnen und worauf beim Abschluss zu achten ist.

© dpa/Markus Scholz (Symbolbild)

Ob Krone, Brücke, Implantat oder Inlay: Zahnersatz ist teuer. So kann beispielsweise ein Implantat mehr als 3.000 Euro kosten. Eine Keramikkrone liegt nach Angaben der Stiftung Warentest bei rund 500 Euro. Gesetzlich Versicherte müssen einen Teil der Kosten selbst aufbringen. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zahlt einen festen Zuschuss. Sie übernimmt in der Regel die Hälfte der Kosten für die sogenannte Regelversorgung – etwa eine Metallkrone ohne Verblendung.

Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich vor allem für Menschen, die Wert auf höherwertigen Zahnersatz legen, sagt René Neumann vom Verband der Privaten Krankenversicherung. „Mit der Police können Kassenpatienten ihre Eigenbeteiligung senken und bis zu 100 Prozent abdecken.“

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Die Stiftung Warentest hat für die Zeitschrift Finanztest (Heft 6/2020) 249 Tarife geprüft, deren Angebote allen gesetzlich Versicherten offenstehen. Das Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der getesteten Tarife wurden mit „sehr gut“ bewertet.

Sehr guten Schutz gibt es schon ab 16 Euro im Monat. Bei einfachen Tarifen ist aber nur die Standardversorgung mit Zahnersatz versichert. Damit der Vertrag überhaupt zustande kommt, sollte es noch keine Zahnprobleme geben. Deshalb rät Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW: „Mit circa Mitte 30 sollte der Schutz bestehen.“

Wer eine Zahnzusatzversicherung abschließen will, muss meist einige Gesundheitsfragen beantworten. „Das sollte man korrekt tun, sonst riskiert man den Versicherungsschutz“, erklärt Weidenbach.

Ein guter Vertrag kostet etwa 360 Euro im Jahr ¨– ein grober Richtwert. Denn die Beitragshöhe richtet sich unter anderem nach dem Eintrittsalter des Versicherten, aber auch nach den Leistungen und dem Zustand des Gebisses. Daher sind pauschale Angaben nicht möglich.

Verbraucher sollten sich vor einem Vertragsabschluss überlegen, welche Leistungen die Zahnzusatzversicherung genau abdecken soll – etwa Kunststofffüllungen im nicht sichtbaren Bereich. Einige Tarife übernehmen neben den Kosten für Zahnersatz etwa zusätzlich Kosten einer professionellen Zahnreinigung oder für Kieferorthopädie. Daher lohnt sich ein Vergleich der Leistungen und der Preise der einzelnen Anbieter sowie Tarife.

Beitragserhöhung möglich

Auch bei der Kostenübernahme gibt es verschiedene Optionen. „Zum Beispiel, der Versicherte bekommt einen pauschalen Prozentsatz, etwa 30 Prozent des gesamten Rechnungsbetrags erstattet“, erklärt Neumann. Der pauschale Prozentsatz sei meistens auf maximal 80 oder 90 Prozent des Rechnungsbetrags begrenzt. Wobei der Anteil anderer Kostenträger eingerechnet wird, also der GKV-Anteil. Eine andere Option: Der Versicherte bekommt einen pauschalen Prozentsatz der verbleibenden Kosten nach Vorleistung der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. 

Möglich ist aber auch, dass die Zusatzversicherung den von der GKV im Voraus geleisteten Betrag auf einen bestimmten Prozentsatz des Rechnungsbetrags aufstockt, etwa 90 Prozent. „Der Anteil der Krankenkasse spielt hier keine Rolle, der Patient muss grundsätzlich den vereinbarten verbleibenden Prozentsatz, zum Beispiel zehn Prozent, selbst zahlen“, erläutert Neumann.

Die Versicherung sollte immer den 2,3-fachen Satz der Regelhöchstsätze der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) erstatten. „Eine Begrenzung bis zu dem Höchstsatz der GOZ, dem 3,5-fachen Satz, reicht meist aus“, sagt Weidenbach. Zudem sollte der Vertrag die Höhe der jährlichen Erstattung nicht begrenzen. Denn liegt diese etwa bei maximal 10.000 Euro, bleibt der Versicherungsnehmer auf Kosten für eine größere Zahnbehandlung, die diesen Rahmen übersteigt, sitzen.

In vielen Fällen ist vertraglich verankert, dass der Versicherer die Beiträge regelmäßig anhebt, sollten die Ausgaben steigen. „Dass es dazu kommt, ist sehr wahrscheinlich“, sagt Weidenbach. Außerdem gibt es Verträge, bei denen der Beitrag mit dem Alter steigt.

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Aber: Verbraucher können mitunter den Tarif bei ihrem Versicherer wechseln. „Neuere Tarife eines Versicherungsunternehmens könnten dann deutlich günstiger sein, aber sich später deutlich erhöhen“, erklärt Weidenbach. Bei Verträgen, deren Beiträge nicht mit dem Alter steigen, ist ein Wechsel per se möglich. (dpa)

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