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„Vieles hing vom Engagement der Lehrer ab“

Der Radebeuler Ephraim Berthold vom Kreisschülerrat gehört zum Corona-Abi-Jahrgang. Wie das Halbjahr aus Schülersicht lief.

Ephraim Berthold engagierte sich mehrere Jahre im Kreisschülerrat. Durch Corona wurde auch sein letztes Halbjahr durcheinander gebracht.
Ephraim Berthold engagierte sich mehrere Jahre im Kreisschülerrat. Durch Corona wurde auch sein letztes Halbjahr durcheinander gebracht. © Arvid Müller

Zunächst herzlichen Glückwunsch zum Abitur. Wie war das letzte Halbjahr denn für Sie?

Wir Abiturienten hätten, als die Schulschließung kam, ja ohnehin nur noch wenige Wochen Unterricht gehabt. Insofern hat uns das von allen noch am wenigsten getroffen. Aber wir waren erschrocken, weil es natürlich total unerwartet kam. In der ersten Woche saßen alle zu Hause und keiner wusste so richtig, was zu tun ist. Mit der Zeit hat sich dann alles ganz gut eingespielt.

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Es ist beeindruckend, dass der Abi-Jahrgang 2020 am Lößnitzgymnasium und auch sachsenweit ein so gutes Ergebnis hingelegt hat. Viele in meinem Jahrgang sind aber traurig, dass sie keinen letzten Schultag und Abiball feiern konnten. Alles, worauf man sich als Abiturient eigentlich freut, durfte nicht stattfinden.

Wie hat, auch in den anderen Klassenstufen, die Betreuung durch die Lehrer geklappt?

In den ersten Wochen hing das vor allem vom persönlichen Engagement der Lehrer und ihrer Motivation, sich mit der Technik auseinanderzusetzen, ab. Es gab Lehrer, die sehr viel Zeit investiert und zum Beispiel Videokonferenzen gestartet haben. Zum Teil lief die Kommunikation von zu Hause dann sogar besser als vorher. Von anderen Lehrern hat man aber gerade in den ersten Wochen einfach gar nichts gehört. 

Mit der Zeit wurde vonseiten der Schulleitungen versucht, die Plattformen, auf denen der Unterrichtsstoff geteilt wurde, und auch die Art und Weise des digitalen Unterrichtens, weitestgehend zu vereinheitlichen – das hat zwar nicht zwingend perfekt geklappt, aber das Lernen zu Hause auf jeden Fall vereinfacht.

Gibt es Sorgen bei den Schülern, dass sie zu viel verpasst haben?

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Es sind auf jeden Fall Lücken entstanden. Viele haben erzählt, dass sie zurückhängen. Es hatten manche ein gutes Lernumfeld und eine gute technische Ausstattung zu Hause und andere nicht. Die Lehrer müssen im nächsten Schuljahr unbedingt darauf achten, nicht einfach so viel Stoff wie möglich nachzuholen, sondern alle Schüler wieder auf einen Wissensstand zu bringen.

Wie geht es für Sie persönlich jetzt nach dem Abi weiter?

Mich zieht es nach Heidelberg. Ich habe mich dort an der Universität für Medizin und eine Kombination aus Politikwissenschaften und Psychologie beworben.

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