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Vielfalt der Stücke hält Schauspieler in Zittau

Schauspiel. Detlef Lux steht seit genau 30 Jahren auf der Bühne des Gerhart-Hauptmann- Theaters Zittau.

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Von Jan Lange

Wie viele Rollen er bislang auf der Zittauer Bühne gespielt hat, kann Detlef Lux gar nicht genau sagen. „Es sind mindestens 350 gewesen“, antwortet er nach kurzem Überlegen. Eine „absolute“ Lieblingsrolle gab es dabei nicht.

Einige Figuren haben ihn allerdings „unheimlich gereizt“. So zum Beispiel der Wilhelm Voigt aus dem „Hauptmann von Köpenick“ – Premiere feierte das Stück am 27. November 1999. Für Detlef Lux hat die Figur Parallelen zum Kaufhauserpresser Dagobert.

Erstes Mal abgelehnt

Gereizt habe den Zittauer Schauspieler auch die Titelrolle in Molieres Komödie „Der Geizige“. Wichtig sei für Lux dabei vor allem die Frage gewesen, ob Geiz angeboren oder anerzogen wird. Überhaupt sei es notwendig, eine „Haltung“ zur Rolle zu haben. „Ansonsten kann ich sie nicht spielen“, erklärt der heute 63-Jährige. Bisher war dies noch nie der Fall. Auch wenn er die ein oder andere Rolle erst für sich „entdecken“ musste.

Auf dem Weg in die Schauspielerei machte der gebürtige Berliner „viele Etappen durch“. Gemeinsam mit seiner Mutter übernahm er als Jugendlicher Laienrollen bei „Mutter “. Damals begann seine Begeisterung fürs Theater. Doch der Versuch, mit 18 Jahren an die Schauspielschule zu gehen, scheiterte. Detlef Lux wurde abgelehnt. Den Mut verlor er deshalb aber nicht. Stattdessen versuchte er über Umwege doch ans Theater zu kommen. Seine Tischlerlehre war schließlich eine gute Basis, als Dekorateur und Requisiteur am Berliner Ensemble zu arbeiten. Mit 30 Jahren beschloss er dann, sich erneut an der Schauspielschule zu bewerben. Diesmal mit Erfolg.

Überschaubarer als Großstadt

Dass er am Ende in Zittau landete, lag an der damaligen Oberspielleiterin des Zittauer Stadttheaters, Anne Eicke. Sie habe ihn sozusagen „eingekauft“. Die Stadt im Dreiländereck sei aber auch deshalb für ihn attraktiv gewesen, da hier alles überschaubarer war als in der Großstadt.

Selbst nach 30 Jahren hat die Arbeit in Zittau für Detlef Lux nicht an Reiz verloren – dank des Publikums und der Aufgeschlossenheit. Die Vielfalt der Stücke sei ebenso ein Grund gewesen, hierzubleiben. Auch wenn der 63-Jährige zugibt, dass er während der drei Jahrzehnte ein paar Mal überlegt hatte, an andere Häuser zu wechseln. Letztendlich zerschlug sich dies aber jedes mal.

Glücklich ist er vor allem darüber, dass die Zittauer Bühne 1987 von der in Görlitz getrennt wurde. „Vorher sollten wir alle nach Görlitz ziehen, Zittau sollte nur noch bespielt werden“, erzählt er von der damaligen Situation. Mit der Trennung sei das Gerhart-Hauptmann-Theater gerettet worden.