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Vier AfD-Kandidaten aus dem Kreis im Landtag

Zwei CDU- und zwei Linke-Abgeordnete sind raus. Wo die Parteien ihre neuen Hochburgen haben.

© Grafik: SZ

Es war ein spannender Wahlabend. Insbesondere im Wahlkreis 49, (Bannewitz/Dippoldiswalde/Altenberg) war es sehr knapp. Schließlich gewann die langjährige Abgeordnete Andrea Dombois (CDU) erneut das Mandat. Am Ende kam sie auf 11 503 Stimmen, 98 mehr als der Zweitplatzierte André Barth (AfD). Die SZ analysiert die Tops und Flops der Parteien in den 36 Städten und Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

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Die CDU konnte die Wahlkreise 48 (Freital/Wilsdruff/Tharandt/Dorfhain) und 49 knapp gewinnen und auch Andrea Dombois und Roland Wöller konnten ihre Direktmandate verteidigen. Dazu hat auch das Ergebnis in Hermsdorf im Erzgebirge beigetragen. In der Gemeinde holte die CDU mit 43,0 Prozent das beste Ergebnis im Landkreis. Die Wählerinnen und Wähler gaben dort Dombois 94 Stimmen mehr als AfD-Herausforderer André Barth. Am Ende gewann die CDU-Politikerin den gesamten Wahlkreis mit 98 Stimmen Vorsprung. Am schlechtesten schnitt die Partei mit 25,8 Prozent in der Gemeinde Dohma ab, die mit Pirna eine Verwaltungsgemeinschaft bildet. In Rathmannsdorf gab es mit 26,3 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis, obwohl dort mit Uwe Thiele ein CDU-Bürgermeister viel Respekt und Sympathie genießt. Das schlug auf die Landtagswahl überhaupt nicht durch. Jens Michel und Oliver Wehner müssen ihre Stühle im Landtag frei machen.

AfD mit bis zu 43,6 Prozent

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat die Wahlkreise 50 (Pirna/Heidenau und weitere Kommunen) sowie 51 (Sächsische Schweiz) klar gewonnen. Den größten Erfolg feierte die Partei in Bahretal mit 43,6 Prozent aller gültigen Stimmen. So einen Wert schaffte keine andere Partei im Landkreis in einer Kommune. Auch in Müglitztal, Dohma, Rathmannsdorf, Gohrisch, Reinhardtsdorf-Schöna und Hohnstein kam sie auf über 40 Prozent. Nur zweimal blieb sie unter 30 Prozent: in Tharandt (29,4) und Hermsdorf/Erz. (29,6). Die Direktmandate in den Wahlkreisen 50 und 51 gingen eindeutig an die AfD-Kandidaten Lan-Oliver Zwerg und Ivo Teichmann. Zudem ziehen der bisherige Landtagsabgeordnete André Barth und Norbert Mayer über die Landesliste in den Landtag ein.

Linke büßt massiv ein

Die Linke schaffte es in keiner Gemeinde, mehr als zehn Prozent zu holen, das war vor fünf Jahren noch anders. Da war sie in allen 36 Kommunen zweistellig, in Pirna lag sie sogar bei über 20 Prozent. Jetzt ist Heidenau mit 9,5 Prozent die Hochburg. Offenbar hat da der parallel laufende, personalisierte Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl geholfen. Besonders bitter war das Ergebnis mit 2,8 Prozent in Hartmannsdorf-Reichenau. Uta-Verena Meiwald und Lutz Richter sind nicht mehr im neuen Landtag vertreten.

SPD kaum über der Fünf-Prozent-Hürde

Die Sozialdemokraten fallen im Landkreis auf Werte knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Im Wahlkreis 49 kommen sie auf 5,5 Prozent, im WK 51 auf 5,6. Das beste Ergebnis gelang noch in Pirna mit 7,2 Prozent. Aber auch das bedeutet einen Verlust. Zur Landtagswahl 2014 waren es dort noch 10,7 Prozent. In einem Drittel aller Kommunen hat es die SPD nicht mal mehr über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. Das schwächste Ergebnis gab es in Müglitztal mit 3,1 Prozent, 2014 waren es noch acht.

Grüne gewinnen überall hinzu

Bündnis 90/ Die Grünen konnten ihr Ergebnis erheblich verbessern. Allerdings waren die Zugewinne am Ende doch nicht so stark, wie es die letzten Umfragen vor der Wahl vermuten ließen. Der beste Wert gelang – wie schon fast traditionell – in Tharandt mit 9,6 Prozent der Stimmen. In mehr als der Hälfte aller Kommen im Landkreis blieben die Grünen unter fünf Prozent. Die schwächsten Ergebnisse gab es in Reinhardtsdorf-Schöna mit 2,5 Prozent und Hartmannsdorf-Reichenau (3,0), also in dörflichen Gemeinden.

FDP bleibt chancenlos

Die FDP konnte in allen Wahlkreisen gegenüber 2014 zulegen. Allerdings war der Zugewinn mit 0,1 Prozent ausgerechnet im Wahlkreis 51 am geringsten, obwohl dort mit Neustadt und Stolpen die Hochburgen liegen. Selbst im Wahlkreis 51 schaffte die Partei nicht die fünf Prozent, wie auch im gesamten Freistaat. Das beste Ergebnis gab es mit 6,8 Prozent in Kurort Rathen. Das ist allerdings die kleinste Gemeinde Sachsens, was im Gesamtergebnis kaum ausschlaggebend ist. Außerdem war im gleichen Wahlkreis auch der schwächste Stimmenanteil, mit 2,9 Prozent in Reinhardtsdorf-Schöna.

Freie Wähler legen zu

Die Freien Wähler gewinnen zwar gegenüber 2014 an Stimmen hinzu, können aber an den Erfolg der Kommunalwahlen nicht anknüpfen. Das schwächste Ergebnis gab es mit 1,9 Prozent in Rathmannsdorf. Hervorzuheben ist das Ergebnis von 8,6 Prozent in Altenberg. Dort holte Bürgermeister Thomas Kirsten als Direktkandidat 21,9 Prozent der Erststimmen. Gereicht hatte es trotzdem nicht gegen Dombois und Barth.

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