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Vier Hände und vier Füße an einer Orgel

Zur 17. Orgelnacht hatten der Kirchenchor und der Kirchenmusikförderverein in die Nikolaikirche eingeladen. Es wurde nicht nur Musikalisches geboten.

Kantor Markus Häntzschel (links) und sein Gast Florian Mauersberger ließen die Orgel in der Nikolaikirche erklingen.
Kantor Markus Häntzschel (links) und sein Gast Florian Mauersberger ließen die Orgel in der Nikolaikirche erklingen. © Foto: Dietmar Thomas

Von Helene Krause

Orgelklänge tönten am späten Sonnabendabend durch die Nikolaikirche in Döbeln. Kantor Markus Häntzschel ließ die Suite „Veni crator spiritus“ von Nicolas de Grigny erklingen. Sein Spiel war der Beginn der diesjährigen Orgelnacht. Die wird alljährlich vom Kirchenmusikförderverein und vom Kirchenchor der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde organisiert. In diesem Jahr war das bereits die 17. Veranstaltung dieser Art. „Meine Seele erhebt den Herrn“ war das Motto, unter dem die Orgelnacht stand.

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Christina Steuer war schon mehrfach Gast der Orgelnacht. Neben der Musik gefiel ihr besonders die Beleuchtung in der Kirche. „Das Programm ist sehr schön“, meinte sie. „Heute wird sogar mit vier Händen und vier Füßen gespielt.“ Der Döbelner Gottfried Steuer war schon zu vielen derartigen Veranstaltungen in der Nikolaikirche zu Gast. „Ich mache selbst Musik“ sagte er. „Ich singe in der Kantorei und spiele im Kammerorchester Bratsche.“

Karin Wetzig aus Leisnig ist zum zweiten Mal zu diesem besonderen Konzert gekommen. „Mir gefällt die Orgel als Instrument“, sagte sie. „Es ist selten, dass man die Orgel solo hört. Meist sind noch andere Instrumente mit dabei.“ Silke und Maik Bäcker aus Döbeln sind Musikliebhaber und waren zum ersten Mal zu Gast bei der Orgelnacht. „Wir hören Klassik ab und zu“, sagte Silke Bäcker. Für den Orgelklang konnten sie sich aber auch begeistern.

Das erste nächtliche Orgelkonzert gab es 2003, initiiert von Kantor Winfried Kleindopf. Er war der Vorgänger von Markus Häntzschel. Die Orgel in der Nikolaikirche wurde 2001 saniert. Dafür hatte sich der Verein gegründet. Ziel war es, die Sanierung der Orgel mitzufinanzieren. Denn der Wunsch war, die Orgel öfter erklingen zu lassen. „Sie war schön saniert worden und etwas Besonderes“, meinte der Vereinsvorsitzende des Kirchenmusikfördervereins Hagen Kunze. Um die Orgel öfter nutzen zu und viele Besucher anlocken zu können, beschloss der Verein, ein Orgelkonzert am späten Abend zu veranstalten. „In der Kirche ist abends ein besonderes Licht“, so Hagen Kunze. Beleuchtet werden dabei nur der Altarraum, die Seitengänge und die Empore. Hagen Kunze moderierte die Veranstaltung und gab einen kurzen Überblick zu den Werken und ihren Komponisten.

Kantor Markus Häntzschel übernahm von seinem Vorgänger die Tradition der Orgelnacht. Mehrfach brachte er zu der Veranstaltung seinen Freund Florian Mauersberger mit, so auch in diesem Jahr. Sie spielten vierhändig eine Mozart-Sinfonie.

Doch Kantor Häntzschel ließ nicht nur Hände und Füße über Tasten und Pedale fliegen. Er sang auch zur Musik von „Meine Seele preist Gott den Herrn“, „Ich schaue zu den Bergen auf“ und „Das ist der Tag, den Gott gemacht hat“ von Christopher Tambling aus „Vier Sologesänge für mittlere Stimme und Orgel“.

Eine längere Pause unterbrach die Veranstaltung am späten Samstagabend. Diese die Besucher nutzen, um einen Wein und kleine Häppchen genießen. Während sich der Kirchenchor ums Essen kümmerte, war der Kirchenmusikförderverein für die Getränke zuständig. Leider war die Veranstaltung trotz des musikalischen und kulinarischen Angebots nur mäßig besucht.

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